10.7.07

Stadtarchiv Rheine komplettiert Zeitungsbestand

Die Jahrgänge 1959 bis 2006 der Lokalausgabe Rheine der Münsterschen Zeitung stehen nun komplett allen interessierten Benutzern zur Verfügung. Da die Zeitungsbände nicht vollständig im Archiv vorhanden waren, konnten diese durch die Mithilfe Rheiner Bürger ergänzt werden, die ihr eigenes Archiv dafür zur Verfügung stellten. Was an Ausgaben noch fehlte, wurde durch den Zeitungsverlag hinzugefügt. Obwohl Archivleiter Dr. Thomas Gießmann bereits vor einigen Jahren beim Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse einen Antrag zur Verfilmung der Münsterschen Zeitung gestellt hatte, musste er warten, bis die alten Zeitungen der neuen Bundesländer verfilmt worden waren. Da nutzte es auch wenig, dass Dr. Thomas Gießmann Vorsitzender dieses gemeinnützigen Dortmunder Vereins ist. Jetzt allerdings trafen 205 Mikrofilme, die ca. 123 000 Zeitungsseiten enthalten sowie 339 Bände der Münsterschen Zeitung im Stadtarchiv Rheine ein. Nachdem ein neues Lesegerät für Mikrofilme sowie ein Computer angeschafft wurden, dürfte es kein Problem mehr sein, die entsprechenden Seiten aufzurufen, zu bearbeiten und schließlich sogar auszudrucken.

Kontakt:
Stadtarchiv Rheine
Marktplatz 12
48431 Rheine
Tel.: 05971 / 92030
Fax: 05971 / 920313
stadtarchiv@rheine.de

Quelle: Gerd Cosse, Münstersche Zeitung (Rheine), 7.7.2007

Labels: ,

3.5.07

Vorarlberger Landesarchiv stellt seinen Urkundenschatz ins Internet

Das Vorarlberger Landesarchiv beteiligt sich an einem mitteleuropäischen Kultur- und Wissenschaftsprojekt. Ab Herbst 2007 soll sein reicher Urkundenschatz digital über das Internet zur Verfügung stehen. Experten aus Bayern und der Schweiz informierten sich kürzlich in Bregenz über dieses Projekt, das in Niederösterreich seinen Ausgang nahm. In den Archiven mitteleuropäischer Klöster und Bistümer werden wichtige Kulturgüter gehütet: Urkunden. Diese wertvollen Dokumente sind auf viele Archive zerstreut und meist nur schwer zugänglich. Das "Institut zur Erforschung und Erschließung kirchlicher Quellen" mit Sitz in St. Pölten hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Urkunden digital über das Internet frei zugänglich zu machen. Bereits jetzt stellt das Monasterium-Projekt ein virtuelles Archiv mit rund 30.000 Urkunden zur Verfügung. Bis 2008 sollen es 120.000 Urkunden sein; darunter 9.500 Urkunden, die das Vorarlberger Landesarchiv in Bregenz bewahrt.

Der Urkundenschatz des Vorarlberger Landesarchivs ist bereits durch eine Mikroverfilmung gesichert. Ab Herbst sollen nun hochwertige Scans der Urkunden weltweit über das Internet abrufbar sein. "Ausgangspunkt unserer Beteiligung waren die kostbaren Klosterarchive, die das Landesarchiv birgt," erklärt Manfred Tschaikner, der als Leiter der Abteilung "Historisches Archiv" die Kontakte geknüpft hat. So reicht die Überlieferung der 1808 aufgehobenen Benediktinerabtei Mehrerau bis ins Jahr 1139 zurück. Als erstes Landesarchiv ergriffen die Vorarlberger nun die einmalige Gelegenheit, gleich ihren gesamten Urkundenbestand digitalisieren zu lassen. "Wir wollen unsere Schätze nicht nur in Sicherheitsdepots hüten," so Tschaikner, "sondern auf diesem Weg alle Interessierten am Vorarlberger Kulturgut teilhaben lassen".

Daniel Jeller hat für das Monasterium-Projekt bereits über 40.000 Urkunden digitalisiert. Über Archive in Prag, Esztergom (Ungarn), Reichersberg und Schlägl (Oberösterreich) sowie Passau führte ihn der Weg nach Bregenz, wo er Anfang Februar 2007 seine Hochleistungsgeräte im Landesarchiv aufbaute. Der Tiroler Student der Geschichte wird seine Erfahrungen in einer Diplomarbeit dokumentieren. Mit geschultem Blick und historischem Fachwissen hat er mittlerweile bereits über 6.500 Vorarlberger Urkunden zu hochwertigen Scans verarbeitet.

Finanziert wird dieses elektronische Schatzhaus Europas vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, der Europäischen Union (Culture 2000), zahlreichen Klöstern sowie mit zusätzlichen nationalen und privaten Mitteln aus den beteiligten Ländern. Kürzlich informierten sich Experten des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München, des Klosterarchivs Einsiedeln und des Stadtarchivs St. Gallen in Bregenz über das beeindruckende Unternehmen. Neben zahlreichen anderen Findbehelfen steht den Benützern auf der Homepage des Vorarlberger Landesarchivs bereits ein Verzeichnis aller Urkunden samt Inhaltsangaben zur Verfügung. Auf verschiedenen Websites, die es inhaltlich betreut, verbuchte das Landesarchiv 2006 557.000 Zugriffe. Damit werden die Seiten im Durchschnitt 1.580 Mal pro Tag angeklickt.

Kontakt:
Vorarlberger Landesarchiv
Dr. Manfred Tschaikner
Kirchstraße 28
A-6900 Bregenz
Tel.: +43 (0) 5574 / 511 - 45017
Fax: +43 (0) 5574 / 511 - 45095
manfred.tschaikner@vorarlberg.at

Quelle: Pressetext Land Vorarlberg, 25.4.2007; Der Standard, 25.4.2007

Labels: , , ,

22.2.07

Auf Mikrofilm kehren Unterlagen aus dem 19. Jahrhundert nach Bad Berleburg zurück

Der Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Paul Breuer, bezeichnet es als einen Quantensprung für die Erforschung der heimischen Geschichte: Ab sofort werden im Stadtarchiv Bad Berleburg die im Landesarchiv NRW Staatsarchiv Münster aufbewahrten Archivalien des Kreises Wittgenstein auf 132 Mikrofilmen mit ca. 340.000 Aufnahmen benutzbar sein. Gleichzeitig hat das Stadtarchiv ein gebrauchtes Gerät zur Rückvergrößerung von Mikrofilmen vom Staatsarchiv Münster kostenlos erhalten. Die Kooperation von Landesarchiv NRW, Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein und Stadtarchiv Bad Berleburg trägt somit weitere Früchte.

Der vollständige, durch ein Findbuch erschlossene, über 1.900 Akten umfassende Bestand des ehemaligen Kreises Wittgenstein steht jetzt den Forschern auch vor Ort zur Verfügung. Der Bestand umfasst die historische Überlieferung des Landratsamtes, des Kreisausschusses und des Versicherungsamtes des Kreises Wittgenstein. Die Aufzeichnungen beginnen mit dem Jahr 1805 (Elementarschulen) und reichen bis in das Jahr 1938, als sie an das Staatsarchiv Münster abgegeben wurden. Die Unterlagen geben zum Teil ausführliche Auskunft über sämtliche Lebensverhältnisse im Altkreis Wittgenstein. Die Filme enthalten beispielsweise Angaben zur Kirchen- und Schulgeschichte der einzelnen Orte.

Bernd Fuhrmann, Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg, zeigt sich hoch zufrieden über das Gelingen dieser Kooperation. Trotz kommunaler Sparzwänge sei mit diesem Projekt der Service sowohl für die Berleburger Lokalforschung als auch der Wittgensteiner Regionalforscher entscheidend verbessert worden. - Die drei beteiligten Archive sind zuversichtlich, die Kooperation auch auf weitere Projekte ausweiten zu können.

Kontakt:
Stadtarchiv Bad Berleburg
Poststr.42
57319 Bad Berleburg
Telefon: 02751-85-232
Telefax: 02751-85-288
www.bad-berleburg.de

Quelle: Pressemitteilung Kreis Siegen-Wittgenstein, 21.2.2007; Westfalenpost, 20.2.2007; Westfälische Rundschau, 20.2.2007

Labels: