24.6.07

3. bundesweiter Workshop der Archive von unten

Am 14. und 15. Juni 2007 trafen sich 23 freie Archive aus der ganzen Bundesrepublik in Berlin zu ihrem dritten Workshop. Neben dem Erfahrungsaustausch beschäftigte sich das Netzwerk mit archivfachlichen Herausforderungen im elektronischen Zeitalter. Die TeilnehmerInnen der Treffen kommen aus Archiven der Frauen- und Friedensbewegung, der Ökologie-, Alternativ und Jugendbewegung, von Bürgerrechts- und Umweltgruppen der ehemaligen DDR sowie aus dem Bereich der Geschichtswerkstätten. Als unabhängige Archive leisten sie einen Beitrag zum Erhalt von Überlieferungen und Kulturgut der Gegenöffentlichkeit. Ihr Sammlungsauftrag basiert auf dem Vertrauen der MaterialgeberInnen.

Zwei Archive aus diesem Netzwerk (Umbruch Bildarchiv e:V., Videowerkstatt Autofocus e.V.) wurden am 9. Mai 2007 bei der großangelegten Aktion des Bundeskriminalamts (BKA) im Vorfeld der G 8-Proteste durchsucht und massiv geschädigt. Interviews und Dokumentationen, umfassendes Bild- und Video-Material, zum Beispiel zu "Autonomen" und Flüchtlingsbewegungen, wurden beschlagnahmt.

Das Netzwerk protestiert entschieden gegen diesen Eingriff in die Informationsfreiheit und gegen die Behinderung der gesellschaftlich notwendigen Arbeit dieser Archive! Wir fordern, dass die vom BKA kopierten elektronischen Materialien unverzüglich gelöscht werden. Wir bestehen darauf, dass Archive und Dokumentationsstellen als geschützte Orte unangetastet bleiben und für die öffentliche Nutzung ungestört zur Verfügung stehen.

Berlin, den 21. Juni 2007

Archiv für alternatives Schrifttum, Afas, Duisburg
Frauenforschungs- -bildungs- und -informationszentrum, FFBIZ, Berlin
Archiv Grünes Gedächtnis, Berlin
Kreuzbergmuseum, Berlin
Verein zur Förderung von Forschung zur politischen Sozialisation und Partizipation, POSOPA, Neu-Zittau
Archiv soziale Bewegungen, Freiburg
Eco-Archiv, Hofgeismar
Spinnboden-Lesbenarchiv, Berlin
Archiv der Sozialen Bewegungen, Bremen
Archiv der Jugendkulturen, Berlin
Archiv des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Hamburg
Schwules Archiv, Universität Bielefeld
Archiv der deutschen Frauenbewegung, Kassel
Papiertiger - Archiv & Bibliothek für soziale Bewegungen, Berlin
Archiv Aktiv, Hamburg
Hans-Litten-Archiv, Göttingen
Lila Archiv, Berlin
Thüringer Archiv für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk", Jena
Archiv3, Berlin
Belladonna, Bremen
Umbruch Bildarchiv, Berlin
Videowerkstatt Autofocus, Berlin
DOMiT, Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland
Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin

Quelle: Archiv Grünes Gedächtnis (Archiv-Gruenes-Gedaechtnis@BOELL.DE), Presseerklärung, 22.6.2007

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1.6.07

Archivportal Niedersachsen

Das Niedersächsische Landesarchiv und die Arbeitsgemeinschaft niedersächsischer Kommunalarchivare e. V. haben unter der Internetadresse www.archivportal.niedersachsen.de ein neues Internetportal für Nutzer und Nutzerinnen niedersächsischer Archive eröffnet.

Das "Archivportal Niedersachsen" dient als zentraler Wegweiser zu allen Archiven in Niedersachsen. Es bietet jedem in Niedersachsen ansässigen Archiv Gelegenheit, sich und seine Bestände vorzustellen und über einen Link auf die eigene Homepage zu verweisen. Die Angaben der Archive können in vielfältiger Weise durchsucht werden. Der geographische Zugang erfolgt über eine Niedersachsenkarte und zeigt, welche Archive in jedem einzelnen Landkreis vorhanden sind. Zudem ist es möglich, einen Orts-, Archiv- oder Landkreisnamen, eine Archivsparte, die Bestände, Veröffentlichungen oder die Zuständigkeit als Auswahl- und Suchkriterium zu nutzen. Auch eine Suche über alle diese Bereiche ist möglich.

Außerdem bietet das Archivportal Niedersachsen eine Online-Datenbankrecherche in den frei zugänglichen digitalen Findmitteln von bisher sechs Kommunalarchiven sowie der sieben Staatsarchive des Niedersächsischen Landesarchivs. Die dabei ermittelten Archivalien können ebenfalls online zur Vorlage in dem betreffenden Archiv bestellt werden.

Kontakt:
Dr. Sabine Graf
Niedersächsisches Landesarchiv
- Zentrale Archivverwaltung -
Am Archiv 1
30169 Hannover
Tel: 0511 120 6685
Fax 0511 120 6639
Sabine.Graf@nla.niedersachsen.de

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24.5.07

Ar-schiefe. Fotografien zum Archivfinder des Kreises Siegen-Wittgenstein

Wenn sich Fotografie und Archiv begegnen, dann handelt es sich im Allgemeinen um historische Aufnahmen von Stadtansichten oder Personen. Es sind also potentielle Insassen, gern gesehene Dauergäste eines Archivs, sprich Archivalien, die begeistern.

Der Arbeitskreis der Archive im Kreis Siegen-Wittgenstein hat sich im vergangenen Jahr jedoch ganz mutig für eine neue Begegnung von Fotografie und Archiv entschieden. Der in Planung befindliche Führer durch die Archive im Kreisgebiet, sollte ein besonderer Leitfaden werden, aus dem klassischen Muster ausbrechen und die historisch Interessierten mit einem Augenzwinkern zur Entdeckungsreise in die Überlieferungen einladen. Dazu sollte nicht nur der etwas ungewöhnliche Titel "Archivfinder" die Suchenden locken, sondern auch die Bebilderung über die reine Dokumentation hinausgehen.

Für den experimentellen Kontakt zwischen Archiv und Fotografie konnte der Künstler Thomas Kleynen gewonnen werden. Im Bereich der Bildenden Kunst längst kein unbeschriebenes Blatt mehr, stürzte sich Thomas Kleynen mit Begeisterung in die Aufgabe, in den Archiven im Kreis Siegen-Wittgenstein auf Motivjagd zu gehen.

Die Verfremdung ist dem experimentellen Fotografen Kleynen als Mittel des Perspektivenwechsels ein wichtiges Anliegen. Spannend war der Prozess für Künstler und Archivare, was wird aus den Räumlichkeiten, den heiligen Hallen der historischen Überlieferung. Verdoppelt sich ein Gebäude, indem es in der Mitte gespiegelt wird, entspringt aus der Siegquelle eine Urkunde des Mittelalters, wird der Mensch im Angesicht der jahrhunderte alten Überlieferung winzig klein, all dies wurde möglich aus der Perspektive der Fotografen.

Vertrautes wird ungewohnt, aus grauen Archivkartons wird eine Erlebnislandschaft, das staubige Image der Archive ist mit diesen künstlerischen Fotografien abgeschüttelt.

Anlass genug, die entstandenen fotografischen Arbeiten nicht nur dem Historiker als Leitfaden-Zugabe an die Hand zu geben und ansonsten "im Archiv verschwinden zu lasen", sondern eine Ausstellung zusammen zu stellen.

Vom 23.5. bis 17.6.2007 sind die fotografischen Arbeiten von Thomas Kleynen zum Archivfinder des Kreises Siegen-Wittgenstein im Museum der Stadt Bad Berleburg zu sehen. Ar-schiefe ist die Ausstellung betitelt und gibt damit gleich den Hinweis, hier wird nicht im klassischen Sinne dokumentiert. Die Perspektive, aus der die Archive und ihr Inhalt wahrgenommen werden, gerät in Schräglage. Doch der künstlerische Blickwinkel legt gleichzeitig den Kern frei. Historische Schätze werden hier verwahrt, sowohl im kleinen Stadtarchiv als auch in den großen staatlichen Institutionen. Eine Begegnung mit der Vergangenheit beinhaltet viel mehr als nur Massen alten Papiers, die Archivalien sind eine Zeitmaschine für Exkursionen in die Vergangenheit.

Die Begegnung zwischen Archiv und künstlerischer Fotografie ist dank Thomas Kleynen sowohl ein Erfolg für die Archivkultur als auch für die Bildende Kunst geworden. So wird die Ausstellung ein breites Publikum ansprechen und sicher auch überraschen und begeistern. Archiv und Kunst, einmal nicht als Ort und Inhalt, sondern als Kommunikationspartner.

Für die Einführung in die Ausstellung konnte VdA-Vorstandsmitglied Dr. Clemens Rehm gewonnen werden. Kunst und Archiv ist ein Thema, dem er sich mit Begeisterung zuwendet.

Info:
Thomas Kleynen:
Ar-schiefe, Fotografien zum Archivfinder des Kreises Siegen-Wittgenstein
Oder: Warum gerade Archive und nicht schiefe Geraden?

Museum der Stadt Bad Berleburg
Goetheplatz 3
57319 Bad Berleburg

Öffnungszeiten: di., fr., sa. und so. 15.00 bis 18.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter
http://www.bad-berleburg.de/kultur_medien/kultur_medien.html

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6.5.07

Neues Internetportal »Archive in NRW« online

Das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen hat das Internetportal „Archive in NRW“ neu gestaltet und ausgebaut. Seit dem 2. Mai 2007 ist das neue Informationssystem unter der bekannten Internetadresse www.archive.nrw.de online. Es bietet nun allen Archiven in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, neben den bereits bekannten Angeboten (Informationen zum Archiv und Beständeübersichten) auch Online-Findbücher und Archivalienabbildungen in einem landesweiten Portal zu präsentieren.

Besucher(innen) der Website www.archive.nrw.de erwartet ein neues, farbenfrohes Design. Die unterschiedlichen Farben stehen für die am Internetportal beteiligten Sparten und ermöglichen so eine schnelle Orientierung. Neu ist für die Nutzer(innen) des Internetportals auch das im Aufbau befindliche Angebot an Online-Findbüchern und Archivalienabbildungen. Zudem können Archivalien über eine optionale „Warenkorbfunktion“ für den Besuch im Lesesaal des Archivs vorbestellt werden. Nutzer(innen) der nordrhein-westfälischen Archive können ihren Archivbesuch so besser vorbereiten und planen.

Für die teilnehmenden Archive blieben die Funktionalitäten und Daten des bisherigen Internetportals erhalten. Über eine Online-Datenbank können sie zusätzlich nun auch Findbücher einstellen und Archivalienabbildungen zu einzelnen Verzeichnungseinheiten zuordnen. Die Administration der allgemeinen Informationen zu den teilnehmenden Archiven erfolgt über ein Content-Management-System, das mehr Komfort und mehr Freiheiten als bislang bei der Gestaltung der Seiten ermöglicht. Die Beständeübersichten, Findmittel, Archivalienabbildungen und Inhalte auf der Website werden dezentral durch die teilnehmenden Archive gepflegt. Sowohl die Datenbanklösung als auch das Content-Management-System sind so benutzerfreundlich gestaltet, dass jedes Archiv nach einer entsprechender Schulung seine eigenen Seiten bequem selbst pflegen kann.

Schulungen zur Nutzung des Content-Management-Systems und der Online-Datenbank werden für die teilnehmenden Kommunalarchive über das LWL-Archivamt in Münster (Ansprechpartner: Dr. Peter Worm, peter.worm@lwl.org) und das Rheinische Archiv- und Museumsamt in Brauweiler (Ansprechpartner: Dr. Florian Gläser, florian.glaeser@lvr.de) angeboten. Schulungen für die anderen teilnehmenden Archive können direkt über das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (LDS NRW) gebucht werden. Informationen zu den Schulungen des LDS NRW erhalten Sie bei der Abteilung Grundsatzfragen und Öffentlichkeitsarbeit des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen (Ansprechpartnerin: Frau Dr. Wiech, martina.wiech@lav.nrw.de).

Jedes Informationsangebot im Internet lebt von der Qualität und Menge der eingestellten Informationen. Das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen bittet daher ausdrücklich die nordrhein-westfälischen Archive darum, ihre Informationen zu aktualisieren und zu ergänzen. Teilnehmen können alle Archive mit Sitz in Nordrhein-Westfalen. Informationen zur Teilnahme am Archivportal erhalten Sie bei der Abteilung Grundsatzfragen und Öffentlichkeitsarbeit des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen (Ansprechpartnerin: Frau Dr. Wiech, martina.wiech@lav.nrw.de).

Kontakt:
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen
Grundsatzfragen und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Martina Wiech
Graf-Adolf-Str. 67
40210 Düsseldorf
Tel. 0211 – 159 238 202
Fax 0211 – 159 238 111
martina.wiech@lav.nrw.de

Quelle: LAV NRW, Pressemitteilung, 4.5.2007

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5.5.07

Stadtarchiv Greven mit verbessertem Internetangebot

Seit Jahren ist das Stadtarchiv Greven im Informationsportal www.archive.nrw.de der nordrhein-westfälischen Archive vertreten (siehe dort unter Kommunalarchive/Buchstabe G). Nun ist seit dem 2. Mai 2007 eine verbesserte Version im Netz, die auch für das Stadtarchiv Greven einen größeren Überblick bietet. Eine neue Beständeübersicht zeigt, welche Gruppen von Akten und Dokumenten vorhanden sind. Kurzbeschreibungen ermöglichen auch schon eine inhaltliche Recherche - und das alles, ohne das Stadtarchiv besuchen zu müssen. "Besonders zur Vorbereitung eines Archivbesuchs ist dieser verbesserte Service gerade für Auswärtige enorm wichtig", erläutert Dr. Stefan Schröder vom Stadtarchiv, "denn er erspart unnötige Wege und sorgt auch für eine verbesserte Orientierung der Besucherinnen und Besucher, wenn sie das für sie Interessante ausfindig gemacht haben und im Stadtarchiv einsehen wollen".

Die zunehmende Bedeutung des Internet kann auch mit Zahlen belegt werden: Im Juli 2001 waren sieben Anfragen per Internet für das Stadtarchiv Greven auf www.archive.nrw.de zu verzeichnen, ein Jahr später waren es schon über 380. Inzwischen pendeln die Anfragen bei monatlichen Werten zwischen 700 und 1.200. "Nicht auszudenken, wenn wir so viele Fragen per E-Mail oder Telefon beantworten müssten", so Schröder und seine Kollegin Angelika Haves. "Das Internet entlastet die Verwaltung des Stadtarchivs und bietet gleichzeitig einen verbesserten Besucherservice." In Zukunft sollen aktuelle Nachrichten und noch detailliertere Bestandsübersichten für das Stadtarchiv Greven im Netz präsentiert werden.

Kontakt:
Stadtarchiv Greven
Rathausstr. 6
48268 Greven
Telefon: 02571/920-358 (-458)
Telefax: 02571/920-320
archiv@stadt-greven.de

Quelle: Stadt Greven, Pressemeldung, 2.5.2007

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1.4.07

Neuer Internetauftritt der Archivgemeinschaft Schwarzenbek

Bei der Konferenz der Archivgemeinschaft Schwarzenbek am 22. März 2007 wurde der neue Internetauftritt der Archivgemeinschaft vorgestellt. Er wird in der Zukunft das wichtigste Mitteilungsmedium für die regionale Archivarbeit im südlichen Kreis Herzogtum Lauenburg sein.

Seit 1985 kooperieren in der Archivgemeinschaft Schwarzenbek die Städte Schwarzenbek, Geesthacht und Lauenburg/Elbe sowie die Gemeinde Wentorf bei Hamburg und das Amt Hohe Elbgeest bei der Aufarbeitung und Präsentation der Regionalgeschichte im südlichen Kreis Herzogtum Lauenburg. - Die Archive der Archivgemeinschaft sind nach vorheriger Vereinbarung zugänglich.

Link: http://schwarzenbek.archivgemeinschaft.de

Kontakt:
Archivgemeinschaft Schwarzenbek
Dr. William Boehart
Stadtarchiv Schwarzenbek
Ritter-Wulf-Platz 1
21493 Schwarzenbek
Tel: 04151.8810
William.boehart@schwarzenbek.de
http://schwarzenbek.archivgemeinschaft.de

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7.3.07

Geschichte der Brauereien und Gaststätten in der Region Rhein-Erft-Rur

Die von der Arbeitsgemeinschaft der Archive im Rhein-Erft-Kreis und im Kreis Düren präsentierte Wanderausstellung »Bier-lokal« wurde am 2. März 2007 im Kerpener Haus für Kunst und Geschichte eröffnet. Das Ausstellungsprojekt befasst sich mit dem Thema „Bier als Volksgetränk“. Darunter fällt sowohl die Geschichte der in der Region Rhein-Erft-Rur ehemals vorhandenen und noch bestehenden Brauereien sowie die damit verbundene „Wirtshauskultur“, die an ausgewählten Beispielen demonstriert werden. Bier hat eine lange Tradition. Schon Quellen des 9. Jahrhunderts belegen, dass im Kreis an einigen Orten Bier gebraut wurde. Das damals hergestellte „Grut-Bier“ ist zwar noch nicht mit dem heutigen zu vergleichen, aber schon ab dem 15. Jahrhundert wurde ein Hopfenbier hergestellt, das dem heutigen Bier sehr nahe kam. Dies spiegelt sich auch im Deutschen Reinheitsgebot von 1516 wieder, das heute noch Gültigkeit besitzt. Danach dürfen nur Malz, Hopfen, Wasser und Hefe zur Bierherstellung verwendet werden.

Die Ausstellung dokumentiert einerseits anhand von Urkunden, Akten, Fotos und anderen Ausstellungsstücken wie Rohstoffen, Geräten u.ä. die Entwicklung des Brauereiwesens und der ehemals vorhandenen Brauereien mit dem Schwerpunkt von 1800 bis 1960. Es werden der eigentliche Brauprozess sowie sein technologischer Wandel, die Rohstoffe und deren Verwendung gezeigt. Durch die sorgfältig ausgewählten Exponate bekommt der Besucher eine recht ansehnliche Palette an Anekdoten, kleinen Geschichten und Schwänken erzählt. Der zweite Teil der Ausstellung befasst sich mit den Stätten des Bierausschanks – den Gaststätten. Anhand ausgewählter Beispiele wird gezeigt, dass Gaststätten und Wirtshäuser über Jahrhunderte hinweg multifunktionale Einrichtungen waren, die im gesellschaftlichen Leben der Gemeinden eine zentrale Rolle spielten. Die Menschen, die sich hier trafen und Bier tranken, diskutierten, sprachen über Politik oder trugen ihre Streitigkeiten aus. Hier besuchten sie gemeinsam kulturelle Veranstaltungen oder machten auf Reisen Station. Auch die negativen Seiten wie Alkoholsucht mit ihren schwerwiegenden gesundheitlichen wie sozialen Folgen werden thematisiert.

Die Arbeitsgemeinschaft der Archivarinnen und Archivare im Rhein-Erft-Kreis besteht seit 1994. Ihr gehören neben den Kommunalarchiven auch die Staats-, Verbands- und Wirtschaftsarchive mit Sitz im Rhein-Erft-Kreis, das Stadt- und Kreisarchiv Düren sowie die Archivberatungsstelle und das Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland, beide in Pulheim-Brauweiler, an. Die Realisierung der Ausstellung war dank der materiellen und personellen Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland (Rheinisches Archiv- und Museumsamt), des Rhein-Erft-Kreises, der Kulturstiftung der Kreissparkasse, der RWE Power AG und der Träger der beteiligten Archive möglich. Die Ausstellung umfasst 28 Tafeln zu den Themen - Bier in aller Munde - Aus Gersten sied’ ich gutes Bier - Hier brau’ ich - Rund um den Zapfhahn. Neben den Tafeln werden in der Ausstellung Original-Exponate verschiedener Leihgeber präsentiert: Bierkrüge aus dem Rheinischen Freilichtmuseum Kommern werden ebenso gezeigt wie zum Beispiel Ausstattungsgegenstände der Privatbrauerei Joh. Cramer in Nideggen-Wollersheim, die seit 1791 in Familienbesitz ist. In Kerpen wird die Ausstellung zusätzlich durch Original-Archivalien des Stadtarchivs Kerpen und durch private Leihgaben ergänzt. So sind selbstverständlich auch Biergläser (aus der Sammlung von Johannes Schlömer, Türnich) zu sehen, außerdem Materialien der Blatzheimer Bierbrauerei, die von Johannes Baum zur Verfügung gestellt wurden. Die Ausstellung wird noch bis zum 20. Mai 2007 im Haus für Kunst und Geschichte in Kerpen gezeigt.

Kontakt:
Haus für Kunst und Geschichte
Stiftsstraße 8
50171 Kerpen
Tel.: 02237 / 922170

Stadtarchiv Kerpen
Jahnplatz 1
50171 Kerpen
Tel.: 02237 / 58 - 103
Fax: 02237 - 58 - 102
susanne.harke-schmidt@stadt-kerpen de

Quelle: Aktuelles Stadt Kerpen; Frank Weiffen, Kölner Stadtanzeiger, 5.3.2007

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