23.7.07

Sächsische Landeskirche ließ Archivalien zur sorbischen Geschichte restaurieren

Fünf Bände zur Geschichte der Lausitzer Predigergesellschaft sind wieder einer fachkundigen Öffentlichkeit zugänglich. Die Akten wurden in den vergangenen Monaten für fast 8.700 Euro aus Mitteln der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens restauriert. Die Archivalien aus dem Zeitraum von 1747 bis 1857 stellen eine wichtige Quelle aus der Geschichte der evangelischen Sorben aus der Lausitz dar. Bei der ältesten Quelle handelt es sich um eine Zusammenstellung von Rechnungen, Gesetzen und die Nennung von Mitgliedern.

Die besondere Bedeutung dieser Archivalien liege nach Aussage von Kirchenarchivrätin Dr. Carlies Maria Raddatz, der Leiterin des Landeskirchenarchivs in Dresden, darin, dass mit dem 1716 von sorbischen Theologiestudenten gegründeten wendischen Predigerkolleg an der Leipziger Universität den Theologiestudenten die Möglichkeit eröffnet worden sei, das Predigen auch auf sorbisch erlernen zu können. Im Jahre 1717 unterzeichnete der damalige Dresdner Oberhofprediger Heinrich Pipping (1670-1722) die Gründungsurkunde und damit die Anerkennung durch die Kirche. Der zweite Unterzeichner der Urkunde war der Dresdner Superintendent und Oberkonsistorialrat Valentin Ernst Löscher, der sich selbst um die sorbische Sprache bemühte.

Titelblatt des ältesten Bandes nach der Restaurierung, Bestand 17; Restaurierungswerkstatt: Bucheinband exquisit, Leipzig

Mit Beendigung der Restaurierungsarbeiten wurden zum 290-jährigen Jubiläum der damaligen Unterzeichnung die ältesten erhaltenen Quellen dieser studentischen Verbindung im Landeskirchenarchiv in Dresden wieder zugänglich. Bisher konnten sie wegen des schlechten Erhaltungszustandes nicht benutzt werden. Mit der Erhaltung dieser speziellen Zeugnisse sorbischer Kultur und Sprache innerhalb der Landeskirche wird um ein Weiteres die Geschichte des evangelischen Teils dieser Volksgruppe bewahrt. Rund 60.000 Sorben leben im gesamten Siedlungsbiet in der Nieder- und Oberlausitz. Neben einer Gemeinde im Nachbarbezirk Kamenz gibt es im Kirchenbezirk Bautzen 16 Kirchgemeinden mit sorbischen Gemeindegliedern. Pfarrer Johannes Mahling ist Sorbischer Superintendent für diesen Bereich. Eine Interessenvertretung der Sorben ist der 1994 gegründete "Sorbische evangelische Verein e.V." in Bautzen. Die Monatszeitschrift der evangelischen Sorben "Pomhaj Bóh" ("Gott helfe dir") erscheint seit 1891 in Bautzen. (Signatur Bestand 17, Lausitzer Predigergesellschaft, Nr. 114. Restaurierungswerkstatt: Bucheinband exquisit, Leipzig)
Kontakt:
Landeskirchenarchiv der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
Lukasstr. 6
01069 Dresden
Telefon: 0351 4692-353
Telefax: 0351 4692-109
Landeskirchenarchiv.Dresden@evlks.de

Quelle: Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, Pressemitteilung, 17.7.2007

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18.7.07

Päpstlicher Orden für ehrenamtliche Gemeindetätigkeit verliehen

Heinz Porschen aus Bensberg wurde kürzlich für mehr als vierzig Jahre ehrenamtliche Tätigkeit in der katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus, Bensberg ausgezeichnet. Pfarrer Heinz-Peter Janßen überreichte dem 86-Jährigen in einer Feierstunde eine Urkunde sowie den Päpstlichen Orden "Pro ecclesia et pontifice". Mit der Verleihung dieses Ordens zeichnet der Vatikan Laien für besondere Dienste aus. Neben seiner langjährigen Tätigkeit und Mitgliedschaft in Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und Kirchenchor hat sich Heinz Porschen vor allem um das Archiv der Kirchengemeinde verdient gemacht. In mühevoller Kleinarbeit hat der ehrenamtliche Archivar rund 50.000 Dokumente gesichtet, geordnet, verzeichnet und ein Findbuch erstellt. Bei vielen in lateinischer Sprache verfassten Unterlagen war darüber hinaus eine Transkription notwendig. Ihm ist es zu verdanken, dass das Archiv inzwischen eine wahre Fundgrube für die Kirchengemeinde geworden ist und so manche interessante Details der Nachwelt erhalten bleiben.

Kontakt:
Kath. Pfarramt St. Nikolaus
Nikolausstraße 4
51429 Bergisch Gladbach
Tel.: 02204 / 52424
Fax: 02204 / 1543
st.nikolaus-bensberg@t-online.de

Quelle: Aktuelles Pfarrgemeinde St. Nikolaus, Bensberg, 22.6.2007; Rhein-Berg-Online, 9.7.2007; Bergisches Handelsblatt, 17.7.2007

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4.7.07

Ausstellung über Würzburger Bischof Josef Stangl

Noch heute haben zahlreiche Menschen persönliche Erinnerungen an den von 1957 bis 1979 als Würzburger Bischof amtierenden Josef Stangl. Eine große Ausstellung von Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg in den neuen Räumen des Bibliotheksgebäudes anlässlich des 100. Geburtstags von Bischof Josef Stangl am 12. August 2007 widmet sich diesem Seelsorger im Bischofsamt und seiner Zeit. Die Ausstellung wird getragen vom Bistum Würzburg und finanziell unterstützt von der Unterfränkischen Kulturstiftung. International bekannt wurde Stangl durch sein Eintreten für die sogenannte Judendeklaration auf dem II. Vatikanischen Konzil, wegen seines Einsatzes als deutscher Jugendbischof und als Gastgeber der Würzburger Synode - aber auch aufgrund seiner Erlaubnis zum Gebet des Exorzismus für Anneliese Michel aus Klingenberg, deren Tod 1976 weltweit Aufsehen erregte.

Offizielle Urkunden und Dokumente, Briefe, Fotos, Broschüren, bischöfliche Amtsinsignien und Kleidung, Filmdokumente sowie ein Film mit Äußerungen von Zeitzeugen und Wissenschaftlern zeigen, wie Josef Stangl auf theologische, politische und gesellschaftliche Fragen reagierte. In vier großen Kapiteln werden die Besucher der Ausstellung auf zwei Geschossen durch die Zeit und das Wirken des Bischofs geführt. Der Dokumentation voraus ging ein wissenschaftliches Forschungsprojekt, das in Kooperation von Diözesanarchiv und -bibliothek mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg durchgeführt wurde und in dessen Zentrum die archivische Aufarbeitung des Nachlasses von Josef Stangl stand. Durch die nun abgeschlossene Verzeichnung und mit Hilfe des darauf basierenden Ausstellungskataloges steht der Forschung erstmals die Möglichkeit für eine umfassende historische Einordnung Stangls und seiner Zeit offen.

In diesem Katalog haben dreißig Forscher in 120 Artikeln Leben und Werk Josef Stangls anhand von 250 Dokumenten, die allesamt abgedruckt sind, nachgezeichnet. Umrahmt werden diese Beiträge von einführenden Aufsätzen zur Zeitgeschichte sowie zur Person des Bischofs und zu Grundstrukturen seines Bistums. Herausgeber des Kataloges sind die Professoren Wolfgang Altgeld, Lehrstuhl für neuere Geschichte, Wolfgang Weiß, Lehrstuhl für Fränkische Kirchengeschichte und Kirchengeschichte der neuesten Zeit, sowie Johannes Merz von Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg. Von ihnen wurde auch die Ausstellung konzipiert. Ergänzend gibt Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand eine Edition der wichtigsten Hirtenbriefe und Predigten Josef Stangls heraus. Das geistliche Profil des Bischofs charakterisiert sein Nachfolger Prof. Dr. Paul Werner Scheele.

Katalog und Edition erscheinen zum Ausstellungsbeginn am 6. Juli 2007 im Echter-Verlag Würzburg. Zu sehen ist die Dokumentation dann bis 28. Oktober 2007 im Bibliotheksgebäudes des Bistums. Der Eintritt ist frei. Gruppenführungen können nach Absprache angemeldet werden. Die Ausstellung ist barrierefrei zu besuchen. Neben der Ausstellung sind im September noch ein Vortrag von Prof. Dr. Erwin Gatz aus Rom, eine Fachtagung des Würzburger Diözesangeschichtsvereins und der Domschule sowie ein Gedenkgottesdienst mit Friedrich Kardinal Wetter und Bischof Dr. Friedhelm Hofmann geplant.

Kontakt:
Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg
Domerschulstr. 17
97070 Würzburg
Tel.: 0 931 / 386 - 67 100
Tel.: 0931 / 386 - 67 305
Fax: 0 931 / 386 - 67 101
archiv@bistum-wuerzburg.de
bibliothek@bistum-wuerzburg.de

Quelle: Pressemitteilung Julius-Maximilians- Universität Würzburg, 3.7.2007; Bischof Josef Stangl

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12.6.07

Sakralbauten in Bamberg

Zu einer gemeinsamen Ausstellung im Rahmen des Jubiläums "1000 Jahre Bistum Bamberg" laden das Archiv des Erzbistums Bamberg und das Stadtarchiv Bamberg vom 13. Juni bis zum 21. Dezember 2007 ein. Aus den reichhaltigen Beständen der beiden Archive sowie verschiedenen Leihgaben wurde eine umfassende Dokumentation zu "Sakralbauten in Bamberg" zusammengestellt. Während die Kirchenbauten bis zur Säkularisation anhand von Fotografien, Plänen und Detailaufnahmen im Stadtarchiv Bamberg gezeigt werden, kann der interessierte Besucher die modernen Kirchen des 19. und 20. Jahrhunderts im Archiv des Erzbistums Bamberg kennen lernen. Anhand eines Stadtplans, der in einer umfangreichen Begleitbroschüre veröffentlicht ist, hat er sogar die Möglichkeit, die Kirchen zu erwandern und sie an Ort und Stelle anzuschauen. Die gezeigten Exponate über etwa 60 Kirchenbauten werden u.a. durch Kirchenmodelle ergänzt. Aus diesem Grund lässt das Archiv des Erzbistums gegenwärtig am Modell der St. Wolfgangskirche eine Musterrestaurierung vornehmen, um anhand der Kosten und der Art und Weise der Durchführung der Maßnahme zu sehen, wie auch andere beschädigte Modelle aus der Sammlung des Archivs für die Nachwelt gesichert werden können.

Kontakt:
Archiv des Erzbistums Bamberg
Dr. Josef Urban
Regensburger Ring 2
96047 Bamberg
Tel.: 0951 / 40747 - 0
Fax: 0951 / 40747 - 50
archiv@erzbistum-bamberg.de

Stadtarchiv Bamberg
Dr. Robert Zink
Untere Sandstraße 30a
96049 Bamberg
Tel.: 09 51 / 87 13 71
Fax: 09 51 / 87 19 68
stadtarchiv@bamberg.de

Quelle: Dr. Josef Urban, Aktuelles Archiv des Erzbistums Bamberg, 18.5.2007; Pressemeldung Stadt Bamberg, 6.6.2007; Wiesentbote, 8.6.2007

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11.6.07

16. Tagung der süddeutschen Kirchenarchivare und -archivarinnen in Speyer am 7./8. Mai 2007

Am 7. und 8. Mai 2007 trafen sich Angehörige süddeutscher evangelischer Kirchenarchive zur 16. "Südschienentagung" im Gebäude des Landeskirchenrates in Speyer. Die hohe Zahl von ca. 50 Teilnehmenden bestätigte, dass mit den gewählten Tagungsthemen "Digitalisierung von Kirchenbüchern" sowie "Archivpflege in Pfarrarchiven" ein Nerv getroffen worden war.

In seiner Begrüßung der Teilnehmenden erläuterte der stellvertretende Kirchenpräsident der evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, die Konsensunion, in der sich Pfälzer Lutheraner und reformierte Christen 1818 zur protestantischen Kirche der Pfalz zusammenschlossen. Er erklärte die Unterschiede zwischen lutherischem und reformiertem Kirchenbau, der sich in den Speyerer Kirchen ausdrücke, schilderte die Entstehung der Gedächtniskirche der Protestation 1904 und verwies auch auf die guten ökumenischen Beziehungen zum Bistum Speyer.

Der Rest des Nachmittags stand im Zeichen der Digitalisierung von Archivgut. Die Moderation der Referate und Diskussionen übernahm am ersten Tag Dr. Gabriele Stüber, die Leiterin des Zentralarchivs der Evangelischen Kirche der Pfalz, die die Tagung geplant und mit ihren Mitarbeiterinnen perfekt organisiert hatte. Im ersten Fachbeitrag stellte Dr. Andreas Metzing, der Leiter der Evangelischen Archivstelle Boppard des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland, das Bopparder Projekt der Kirchenbuchdigitalisierung vor. Ausgehend von der örtlich aufgesplitterten Überlieferung der Kirchenbuch-Originale wie auch der Microfiches bzw. -filme, vom Personalaufwand bei der Benutzerbetreuung sowie dem wachsenden Problem der Beschaffung von Ersatzteilen für konventionelle Readerprinter-Lesegeräte und dem Wunsch von Benutzern, hat man in Boppard ein duales Konzept beschlossen: Als Speichermedium der Kirchenbuchdaten sollen nach wie vor Mikrofiches dienen, als Nutzungsmedium aber Digitalisate der Unterlagen. Diese müssen so aufbereitet werden, dass die Nutzung im Lesesaal an PC-Arbeitsplätzen ohne allzu hohen Einweisungsaufwand durch das Archivpersonal erfolgen kann. Die Lesesaal- und die Personalrechner werden vernetzt, an einen Server werden externe Festplatten zur Datenablage angeschlossen. Ob die Benutzer in die gesamten Unterlagen Einsicht nehmen dürfen oder nur eingeschränkten Zugriff erhalten sollen, ist noch zu klären. Die Benutzer drucken sich die von ihnen gewünschten Daten selbst aus.

Die geplante Kirchenbuchdigitalisierung dient lediglich der effizienteren Gestaltung von Arbeitsabläufen bei der Archivbenutzung. An einen "virtuellen Lesesaal" ist derzeit nicht gedacht. 2005/2006 wurde in einem Pilotprojekt gemeinsam mit der Firma Patrimonium Transcriptum eine Auswahl noch nicht verfilmter Kirchenbücher in drei Stufen bearbeitet: 1. Die Bücher wurden auf einem A-2-Buchscanner (Bookeye) im JPEG-Format gescannt. 2. Die Nachbearbeitung erfolgte mit der Software BCS-2; die Bilddaten wurden nach Signaturen geordnet aufbereitet und auf CD bzw. DVD gesichert sowie in PDF-Dateien konvertiert. 3. Die Fiches wurden auf der Basis der Digitalisate erstellt. Nach dem Vortrag wurden u.a. Erfahrungen und Meinungen zum Komplex "Digitalisierung von Fiches oder Verfilmung von Digitalisaten" ausgetauscht: Die Verfilmung von Digitalisaten ist preiswerter als das umgekehrte Verfahren. Der Markt im Bereich Verfilmung/Digitalisierung ist derzeit umkämpft.

Anschließend berichtete Werner Jürgensen M. iur. utr., der stellvertretende Leiter des Landeskirchlichen Archivs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (LAELKB), über das bereits seit ca. 2000 laufende Projekt "Virtueller Lesesaal" im Kirchenkreis Bayreuth. Nach der Einrichtung der Regensburger Außenstelle des LAELKB 1984 gaben über 400 Kirchengemeinden ihre Kirchenbücher dorthin ab. Nach der Verfilmung der Kirchenbücher erwarben zahlreiche Gemeinden einen Satz Duplikatfiches. Auch etliche Gemeinden, die ihre Kirchenbücher behielten, ließen diese fichieren. Im Dekanat Bayreuth wurden 1999 Kirchenbuch-Fiches verschiedener Gemeinden (des Kirchenkreises Bayreuth) gesammelt und eine "wilde" Forschungsstelle eingerichtet. Daneben schlug eine Gruppe von Familienforschern und Computerbegeisterten die Digitalisierung der Originalkirchenbücher der Gegend um Bayreuth vor. Ohne Rücksprache mit dem zuständigen Landeskirchlichen Archiv wurden Pfarrer angesprochen, die die Kirchenbücher in der Regel ohne weiteres für eine Digitalisierung zur Verfügung stellten. Da die Kirchenbücher ohne Vertrag übergeben wurden, ist die Frage des Eigentums an den Scans ungeklärt.

In den letzten Jahren wurde von Seiten des LAELKB und der Bayreuther Gruppe, die sich derzeit als Verein "Kirchenbuch – virtuell" konstituiert, sowohl eine vertragliche Regelung der Kirchenbuchausleihe zum Zweck des Scannens entwickelt (mit den drei Vertragspartnern Kirchengemeinde, Verein und LAELKB), die rückwirkend angewendet werden soll, als auch ein Vertrag zwischen Verein und LAELKB zur Betreibung eines virtuellen Lesesaals. In diesen Verträgen sind die rechtlichen Fragen nach dem Eigentum an den Digitalisaten, der Nutzung, der Erstellung von Kopien, der Haftung für Schäden, der Weitergabe von digitalen Unterlagen sowie dem Ende des Vertrags über den virtuellen Lesesaal angesprochen. Noch nicht geklärt sind bei dem Projekt die konservatorischen Bedenken angesichts der Digitalisierung durch Laien, die Fragen der Langzeitarchivierung, eine Qualitätssicherung im Bereich der Präsentation des virtuellen Lesesaals sowie die Frage der Trägerschaft (personelle und finanzielle Ressourcen). Ein Antragsformular für Benutzer des virtuellen Lesesaals wurde erarbeitet, die Anmeldung sowie die Verwaltung des Gebühreneingangs wird vom LAELKB getragen, die Freischaltung und die Auswahl der betroffenen Kirchenbücher vom Verein. In der Diskussion ergab sich, dass der Verein seine Satzung bisher noch nicht vorgelegt hat und dass die GKV Hof der Einstellung ihrer Kirchenbuchscans ins Internet nicht zustimmt.

Nach einer kurzen Pause referierte der Leiter des Landeskirchlichen Archivs in Stuttgart, Dr. Hermann Ehmer, über die Tätigkeit des Ausschusses "Digitale Kirchenbücher" des Verbandes kirchlicher Archive (VkA). Nach der Feststellung von Handlungsbedarf aufgrund der häufigen Anfragen von Benutzern wie auch von genealogischen Großorganisationen (Genealogical Society of Utah, MyFamily.com, ancestry.de) schilderte er zuerst die Situation in der württembergischen Landeskirche. Das Landeskirchliche Archiv in Stuttgart hat bereits seit einem Jahr eine Kirchenbuch-Datenbank im Internet eingestellt und hat mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg wegen einer möglichen Zusammenarbeit bezüglich der Kirchenbuch-Digitalisierung Kontakt aufgenommen. Der Ausschuss "Digitale Kirchenbücher" innerhalb des VkA hat sich seit seiner Gründung zweimal getroffen und ist zu folgenden Ergebnissen gekommen: Die Präsentation im Internet muss analog zur Kirchenbuchbenutzung im realen Archiv aufgebaut werden (Hinweise auf die Provenienz des Kirchenbuchs; Einbau von Findmitteln; virtueller Lesesaal analog zum realen Lesesaal). Die Benutzungsordnungen der meisten Archive müssen den neuen Möglichkeiten angepasst werden (z.B. Verhinderung von Missbrauch, unbefugtem Herunterladen von Quellen, Verletzung von Eigentumsrechten). Die technischen Abläufe müssen ebenfalls noch entwickelt werden. Auch die Höhe der Gebühren sowie die Art des Einzugs sind zu klären. Ein dafür nötiger Web-Shop kann nur von einer juristischen Person betrieben werden. Es empfiehlt sich also die Gründung einer GmbH bzw. einer GmbH & Co KG (wegen Forderungen und der Haftung). Eine solche juristische Person unterliegt der Steuerpflicht. Mitglieder einer solchen GmbH können die Landeskirchen, aber auch katholische Bistümer werden.

Problematisch ist der unterschiedliche Standard der einzelnen Archive. Als nächste Arbeitsschritte wurden erarbeitet: Verlinken der genealogischen Seiten der einzelnen Archive mit der Domain www.kirchenbuchportal.de; Erstellung eines Logos für das Kirchenbuchportal; Erstellung und Einstellung von Kirchenbuchverzeichnissen. Für eine einheitliche Erfassung wird momentan an mehreren Archiven eine vom Landeskirchlichen Archiv Speyer entwickelte Erfassungsmaske ausprobiert. Im Landeskirchlichen Archiv in Berlin, wo die Erfassungsmuster der einzelnen Archive gesammelt werden, wird die Kompatibilität der verschiedenen Programme überprüft werden. - In der Diskussion zeigte sich nochmals der Gegensatz zwischen einem angestrebten Kopierschutz der ins Internet gestellten Quellen und dem Verkauf ganzer CD-ROMs mit Digitalisaten. Auch die Ausleihe von Kirchenbuchfilmen wurde unter dem Missbrauchsaspekt von etlichen Teilnehmenden als problematisch empfunden. Zum Zeitpunkt der GmbH-Gründung muss Personal eingestellt werden, das sich durch den Betrieb des Kirchenbuchportals selbst zu finanzieren hat. Die Landeskirchlichen Archive wollen sich gegenüber den großen Gesellschaften behaupten, indem sie selbst tätig werden. Der VkA hat für die Einrichtung des Kirchenbuchportals im Jahr 2008 13.000 € zur Verfügung gestellt. Die einzelnen Gliedkirchen müssen über das Vorhaben informiert werden; die Leiterin des VkA bereitet einen erläuternden Brief an alle Archive vor.

Nach der ersten Tagungseinheit führte OKR i.R. Dr. Klaus Bümlein die Teilnehmenden durch die Gedächtniskirche der Protestation und bot für alle einen interessanten Einblick in die protestantische Kirchengeschichte Speyers. Beim anschließenden Abendessen im Klosterstübchen, zu dem die pfälzische Landeskirche freundlicherweise einlud, bestand Gelegenheit zu kollegialem Meinungsaustausch. Am nächsten Morgen hielt Pfarrerin Claudia Enders-Götzelmann von der Gleichstellungsstelle der pfälzischen Landeskirche anlässlich des vorangegangenen Sonntags "Cantate" eine Andacht zum Thema "Singen". Die Moderation der folgenden Beiträge lag bei Dr. Bettina Wischhöfer, der Leiterin des Landeskirchlichen Archivs in Kassel sowie des VkA.

Dr. Udo Wennemuth, der Leiter des Landeskirchlichen Archivs in Karlsruhe, gab im ersten Referat eine auf seinen eigenen Erfahrungen mit der Einführung von DMS basierende "Definition archivfachlicher Standards im Hinblick auf die elektronische Aktenführung und EDV-gestützte Registratur". Er verwies auf die Bedeutung der Festlegung von archivfachlichen Standards angesichts der Tatsache, dass die Standards häufig von den "IT-Leuten" bestimmt würden. So sollte die elektronische Datenverwaltung zu elektronischen Abgabelisten führen, Aufbewahrungsfristen sollten elektronisch festgelegt werden, die Ablage der Akten sollte nur elektronisch (in Datenbanken) erfolgen, für die Langzeitarchivierung sollte eine Übernahme in adäquate Speichermedien erfolgen. Die Grundlagen des Verwaltungshandelns, Nachhaltigkeit und Transparenz, dürften durch die Einführung von DMS nicht gefährdet werden. Bei den technisch-organisatorischen Standards sei der benötigte Speicherbedarf zu berücksichtigen, Datenmigrationsverfahren müssten geklärt werden, Konvertierungsformate und -modalitäten seinen festzulegen, die Datenverfügbarkeit, aber auch Persönlichkeitsrechte seien zu gewährleisten. Die Einführung von DMS müsse über eine Projektgruppe mit Unterstützung der Dienststellenleitung zentral erarbeitet werden, die Bereiche Registratur und Archiv müssten die Grundanforderungen an elektronische Archivierung festlegen (der elektronische Aktenplan steuert die Ablage; der Begriff "Vorgang" muss definiert werden). In der Diskussion wurde auf Klärungsbedarf bei der Rechteverwaltung, bei der Finanzierung sowie bei der zumindest anfangs zusätzlichen Arbeitsbelastung bei der Einführung von DMS hingewiesen.

Andreas Butz M.A. vom Landeskirchlichen Archiv in Stuttgart leitete über zum zweiten Thema der Tagung: der kirchlichen Archivpflege in den Pfarrarchiven.Er äußerte sich grundsätzlich zur Überlieferungsbildung in Pfarrarchiven. Zu ihrer Verbesserung schlug er eine intensivere Bewertung angesichts der steigenden Menge von Schriftgut in Pfarrarchiven vor, betonte aber auch, dass die Unterlagen überwiegend die Verwaltungsaspekte des kirchlichen Lebens dokumentierten. Er warf die Frage auf, ob Archivare lediglich die Aufgabe hätten, Schriftgut zu verwalten, oder ob – ähnlich wie Kommunalarchivare, bei denen eine Neupositionierung in dieser Frage erfolgt sei – auch Kirchenarchivare gegen erkannte Überlieferungslücken vorgehen sollten, so durch Erstellung eines Dokumentationsprofils in Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden der Kirchengemeinden. Aufgrund von Personalmangel könne wohl lediglich ein allgemeines Profil erstellt werden, das für jede Gemeinde adaptierbar sei. Der Grad der Abbildungsdichte der jeweiligen Akten spiele eine Rolle für ihre Bewertung. Dokumentationslücken sollten durch gezielte Überlieferungsbildung (z. B. Sammeln von Predigtkonzepten oder Gemeindebriefen) geschlossen werden. In der Diskussion wurde auf die rechtlichen Schwierigkeiten hingewiesen, Predigten grundsätzlich von ihren Autoren einzufordern, bzw. wurde aufgrund der großen Menge und inhaltlichen Überschneidungen einer Gesamtüberlieferung für eine Auswahlüberlieferung plädiert.

Abschließend berichteten Peter Halicska, Peter Unglaube und Christine Lauer aus den Landeskirchlichen Archiven in Nürnberg, Kassel und Speyer von ihren Erfahrungen bei der praktischen Archivpflege in Pfarrarchiven. Bei der bayerischen Landeskirche ist etwa ein Drittel der Pfarrarchive an das Landeskirchliche Archiv abgegeben, ca. 1.100 Kirchengemeinden verfügen über Schriftgut aus der Zeit vor 1900, 90 % dieser Archive sind mit Hilfe von Archivpflegern in den 1950er Jahren verzeichnet worden, seit den 1990er Jahren ist nur noch Beratung möglich, wobei es sich überwiegend um Registraturberatung auf der Basis der Registraturordnung von 1946 und ihrer Folgeauflagen handelt. Die 40 bis 50 jährlichen Außentermine der derzeit drei Archivpfleger kommen aufgrund von Anfragen zustande. Aktives Zugehen auf Kirchengemeinden ist wegen der Größe des Sprengels nicht möglich.

Im Gegensatz dazu ist in der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck das Landeskirchliche Archiv nicht für Registratur-, sondern nur für Archivberatung zuständig. Die drei Archivpfleger werden vor allem bei Pfarrerwechseln tätig, die Pfarrarchive werden dann vorübergehend in das Landeskirchliche Archiv übernommen, geordnet, verzeichnet und zurückgegeben. Die Verzeichnung im Landeskirchlichen Archiv erfolgt mittlerweile häufig durch Praktikanten und ehrenamtliche Kräfte. Für Pfarrsekretärinnen finden zweimal jährlich Fortbildungskurse im Landeskirchlichen Archiv statt. In der pfälzischen Landeskirche erfolgt die Registraturberatung überwiegend telefonisch. Außentermine können aufgrund der knappen Personaldecke kaum wahrgenommen werden. Alle Kirchengemeinden geben ihre Pfarrarchive komplett ab, wobei häufig auch noch nicht archivreife Unterlagen abgegeben werden. Bewertung und Verzeichnung erfolgen im Archiv, wobei die Verzeichnung nicht zeitnah erfolgen kann, sondern in der "Übergangszeit" mit Abgabelisten gearbeitet wird. - In der abschließenden Diskussion wurde deutlich betont, dass alle Archivpfleger auch noch zahlreiche andere Aufgaben erfüllen müssten. Es wurde auch die Bedeutung der Teilnahme von Archivaren an Visitationen betont.

Nach diesen praxisorientierten Berichten und der Abschlussbesprechung endete die informative und spannende Tagung für die, die noch Zeit hatten, beim Mittagessen im Lokal "Domhof", dem ehemaligen Sitz des Landeskirchlichen Archivs der Pfalz.

Link: www.evangelische-archive.de

Andrea Schwarz (Nürnberg)

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6.6.07

Kirchenarchiv mit Zukunft. Leiterwechsel im Landeskirchlichen Archiv Bielefeld

Der langjährige Leiter des Landeskirchlichen Archivs Bielefeld, Professor Dr. Bernd Hey, ist nach Vollendung seines 65. Geburtstags Anfang Mai, zum 31.5.2007 in den Ruhestand getreten. Durch persönlichen Einsatz und den Dialog sowohl in der Kirche als auch mit Wissenschaft und breiter Öffentlichkeit hat Hey einen wichtigen Beitrag zu einer geschichtlich verantworteten Präsenz der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) geleistet. Der Historiker stand seit 1985 an der Spitze des Landeskirchlichen Archivs. Präses Alfred Buß würdigte Hey als herausragende Persönlichkeit, die mit Kompetenz und Engagement die kirchliche Archivarbeit weit über die landeskirchlichen Grenzen hinaus geprägt habe.

Geboren und aufgewachsen in Bielefeld, studierte Hey an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Geschichte, Germanistik, Publizistik, Philosophie und Pädagogik. Nach Referendariat und Dissertation arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent an der Pädagogischen Hochschule und Universität Bielefeld. 1980 folgte die Habilitation in Geschichte an der Universität Bielefeld sowie die Berufung zunächst zum Privatdozenten, 1984 zum Professor. 1985 wechselte Bernd Hey als Direktor an das Landeskirchliche Archiv. Lehraufträge an der University of Illinois/USA und in Potsdam sowie zahlreiche Veröffentlichungen runden seine wissenschaftliche Tätigkeit ab. Als Nachlassverwalter hat Hey, der seit 1997 auch Vorsitzender des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte ist, darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Rehabilitierung und Anerkennung von Kurt Gerstein geleistet, der als Christ innerhalb der SS Widerstand gegen das Naziregime leistete.

Nachfolger Heys als Leiter des Landeskirchlichen Archivs der EKvW wurde zum 1.6.2007 Dr. Jens Murken. Der 38-jährige Historiker und Diplom-Archivar (FH) studierte an der Universität Münster und an der Fachhochschule Potsdam. Er war von 1995 bis 2001 wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Münster und Gießen. Seit 2001 war er im Landeskirchlichen Archiv Bielefeld als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.

Das Landeskirchliche Archiv der EKvW ist zuständig für Landessynode, Kirchenleitung, Landeskirchenamt, Landeskirchliche Ämter und Einrichtungen sowie für die Archive der Kirchenkreise und Kirchengemeinden. Neben diesen Beständen, die beim Träger verwahrt oder im Landeskirchlichen Archiv deponiert werden, übernimmt das Landeskirchliche Archiv Nachlässe und verfügt auch über eine eigene Bibliothek. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Landeskirchlichen Archivs liegt in der Archivpflege. Eng arbeiten ehrenamtlich tätige Gemeinde- oder Kreissynodalpfleger mit den Sachbearbeitern des Landeskirchlichen Archivs zusammen. Ein breites Spektrum nehmen die wissenschaftliche Nutzung des Archivs, das sich als Agentur für die westfälische Kirchengeschichtsforschung versteht, und genealogische Anfragen ein. Ferner ist im Landeskirchlichen Archiv auch die Geschäftsstelle des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte und der Kommission für kirchliche Zeitgeschichte angesiedelt.


Als Überraschung erhielt der scheidende Archivleiter Bernd Hey am 31. Mai im Rahmen seiner feierlichen Verabschiedung in Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Archiven innerhalb und außerhalb Westfalens eine Festschrift mit dem Titel "Kirchenarchiv mit Zukunft" überreicht. Über dreißig Beiträge von Kollegen, Mitarbeitern und Schülern zeichnen darin das breite wissenschaftliche Interesse des Jubilars nach: Regionalgeschichtliche Studien behandeln die westfälische Geschichte vom 17. bis zum 20. Jahrhundert, kirchenarchivische Abhandlungen erörtern die Bedeutung der Archive für das kollektive Gedächtnis der Gesellschaft sowie der Archivbildner, Berichte über praktische Anwendungsgebiete belegen ganz im Sinne Heys die Bandbreite der Tätigkeiten und Wirkmöglichkeiten eines "Kirchenarchivs mit Zukunft".

Inhalt:

Präses Alfred Buß: Grußwort (9)
Vorwort (11)
Wilfried Reininghaus: Grenzen. Ein Problem der Landesgeschichte (15)
Reinhard Vogelsang: Die Privilegien der Stadt und „des landes nottdurft“. Bielefeld 1647-1666 (29)
Ulrich Althöfer: MBCH FECIT – Der Bielefelder Bildschnitzer Bernd Christoph Hattenkerl und der Oerlinghauser Orgelprospekt von 1688 (47)
Vicco von Bülow: „Nachricht vom Zustande der Evangelisch-Reformierten Kirche von Schwerte“. Verhandlungen über das Patronat im Jahr 1715 (59)
Bärbel Sunderbrink: Neue Wege gegen die Armut. Verordnete Modernität und kirchliche Beharrungskraft im Königreich Westphalen (69)
Rolf Westheider: Versmolder Grenzfälle. Religiosität und soziales Leben in katholischer Nachbarschaft (81)
Wolfgang Günther: Renitenz in Spenge. Über den kirchenbehördlichen Umgang mit Abtrünnigen (95)
Eckhard Möller: „Das größte Opfer …, das Missionare tragen und bringen müssen“. Das Gütersloher Missionarskinderheim Johanneum (107)
Kerstin Stockhecke: September 1940: Die „Euthanasie“ und die jüdischen Patienten in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel (131)
Jürgen Kampmann: „Die DC sucht das Ganze, die BK das Ihre“. Kirchenpolitische Gräben und Grabenkämpfe im Zweiten Weltkrieg im Spiegel der Gelsenkirchener Bekenntniskreissynoden der Jahre 1941 und 1942 (143)
Johannes Burkardt: Die 250-Jahrfeier der Church of the Brethren in Schwarzenau 1958. Ein ökumenisches Großereignis der Nachkriegszeit (167)
Johanna Will-Armstrong: „Neue Aufgaben der Seelsorge“ – Das Proponendum der Evangelischen Kirche von Westfalen von 1958 (181)
Wolfgang Werbeck: Opel- und Ruhruniversität-Ansiedlung in Bochum und ihre Folgen für die evangelische Ortsgemeinde (191)
Thomas Heinrich: Vom beschränkten Sammeln – oder: Warum allgemeine Rücklagen in verfasster Kirche unstatthaft sind (203)
Mechthild Black-Veldtrup: Kirchenarchiv und Staatsarchiv (213)
Beate Sophie Fleck: Evangelische Taufeinträge in einer katholischen Pfarrei im Münsterland. Das Beispiel Olfen (217)
Hans Otte: Feiern eines problematischen Anfangs? Das Beispiel des Kirchenbuchamts Hannover (225)
Norbert Friedrich: Gedächtnisorte der Mutterhausdiakonie – die Archive und historischen Sammlungen in den Mutterhäusern und ihre Bedeutung (245)
Martin Stiewe: Vom Nutzen und Nachteil kirchlicher Archive für die Verkündigung der Kirche (253)
Claudia Brack: Die landeskirchliche Archivpflege in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen (261)
Gabriele Stüber: Strategien und Handlungsmuster einer pädagogischen Öffnung kirchlicher Archive (269)
Bettina Wischhöfer: Lernort Archiv – Lebendige Erinnerungskultur für die Zukunft? (279)
Bärbel Thau: Das Johannesstift in Bielefeld als historischer Lernort (287)
Matthias Benad: „Kommet her zu Mir Alle …“. Eine kurze Führung durch das religiöse Programm der Betheler Zionskirche (297)
Brigitte Gläser und Hans-Rudolf Hermannsen: … retten, was zu retten ist! (315)
Matthias Rickling: Fünf Punkt Zwei – das Gersteinprojekt. Ein Archivbestand macht Karriere (317)
Markus Köster: Vom Nutzen des Spielfilms für die Geschichte (333)
Joachim Radkau: Dreimal Siebenbürgen mit Bernd Hey. Auf den Spuren des Exodus der Siebenbürgendeutschen (345)
Johann Melzer: Bestimmungen und Vorschriften zur Benutzung des Ungarischen Landesarchivs in Budapest Ende des 19. Jahrhunderts (369)
Detlef Stemann und Manfred Wittland: „Man muss die Probleme anpacken!“ – Der Archivar als Handwerker. Erfahrungen aus Magazinersicht (375)
Jens Murken: „Ich weiß nicht, ob ich ein typischer Archivleiter bin“. Ein Interview mit Bernd Hey im Jahre 2003 (379)
Ahnentafel Bernd Hey (400)
Bibliographie Bernd Hey (403)
Autorinnen und Autoren (413)

Info:
Claudia Brack / Johannes Burkardt / Wolfgang Günther / Jens Murken (Hg.):
Kirchenarchiv mit Zukunft. Festschrift für Bernd Hey zum 65. Geburtstag
= Schriften des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen 10
Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh, 2007.
ISBN 978-3-89534-700-9,
Gebunden. 25 x 17 cm. 416 Seiten. 47 Abbildungen sowie 3 Zeichnungen von Volker Reiche, 29,00 € (Bestellzettel als PDF)

Kontakt:
Evangelische Kirche von Westfalen
Landeskirchliches Archiv
Altstädter Kirchplatz 5
(Besucher: Ritterstraße 19)
33602 Bielefeld
Tel.: 0521/594158
Fax: 0521/594267
archiv@lka.ekvw.de
www.archiv-ekvw.de

Quelle: EKvW, Pressemitteilungen vom 15.2.2007 und 4.5.2007

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2.6.07

Neue Standortbestimmung des Landeskirchlichen Archivs Kassel

Drei Jahre nach Erscheinen der Informationsbroschüre „Im Anfang war der Archivkarton - Zehn Jahre Landeskirchliches Archiv Kassel“ anlässlich des zehnten Geburtstags des Archivs hat sich so viel verändert, dass eine erneute Standortbestimmung sinnvoll und notwendig erschien.

Das Aufgabenspektrum des Landeskirchlichen Archivs, 1998 definiert im Archivgesetz der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, hat sich im wissenschaftlichen Bereich erheblich erweitert. Mehrere Digitalisierungsprojekte, zum Teil Pilotprojekte im Rahmen von Friendraising, dem „Ausbau ehrenamtlicher Mitarbeit“, konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Neue Herausforderungen wie etwa das geplante Internetportal für Kirchenbücher sind nun im Blickfeld.

Das Landeskirchliche Archiv hat sich in der Region zunehmend zu einer Agentur für Kirchengeschichte entwickelt.

Die fachliche Zusammenarbeit der Archive auf kirchlicher und nationaler Ebene hat auch für das Landeskirchliche Archiv an Bedeutung gewonnen. Im Zeitalter von Digitalisierung und Internet, von immer schneller werdender Vernetzung, gilt es, den Anschluss nicht zu verpassen und die Federführung im Alltagsgeschäft zu bewahren.

Das Landeskirchliche Archiv ist verlässlicher Dienstleister für Kirchenverwaltung, Forschung und Öffentlichkeit wie auch Partner in nationalen Netzwerken. Damit das wachsende Aufgabenspektrum auch zukünftig professionell und kompetent geschultert werden kann, ist es notwendig, die personellen Ressourcen ihrem Tätigkeitsfeld entsprechend zu dotieren. Nur so bleiben „Innovationen möglich“, kann „ehrenamtliche Mitarbeit“ ausgebaut, „Professionalität“ gewährleistet und „Handlungsfähigkeit“ gesichert werden. Nur so bleibt „kirchliches Handeln effizient und effektiv“, wie es die Landessynode im Herbst 2006 im Abschlußbericht zum Reformprozess der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beschlossen hat.


Info:
Bettina Wischhöfer, Das Landeskirchliche Archiv Kassel – Dienstleister für Forschung, Öffentlichkeit und Kirchenverwaltung (Schriften und Medien des Landeskirchlichen Archivs Kassel 22), Kassel 2007, 36 Seiten, ISBN: 978-3-939017-03-5, Preis: 3,- Euro

Zu beziehen über:
Landeskirchliches Archiv Kassel
Lessingstraße 15 A
34119 Kassel
archiv@ekkw.de

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