23.7.07

Der Palast der Republik

Das Palastarchiv beschäftigt sich mit der Debatte zum Palast der Republik – ein Lehrstück über die deutschen Befindlichkeiten 17 Jahre nach der Wiedervereinigung. Im Rahmen des Palastarchivs sind zahlreiche narrative Interviews geführt und transkribiert worden. Außerdem ergänzen sog. Ego-Dokumente (private Meinungsäußerungen) die Sammlung des Archivs, das als Sonderbestand vom Landesarchiv Berlin übernommen wird.

Die Auseinandersetzung über den Abriss des Palastes der Republik und den Neubau des Berliner Stadtschlosses ist eine der heftigsten Architekturdebatten der jüngsten deutschen Geschichte gewesen. Oberflächlich ging es um die Ästhetik der Mitte Berlins. Im Kern spiegelte die Debatte politische Interessen und die Suche nach neuer Identität des wiedervereinigten Deutschland. Palast als auch Schloss können als Chiffren für unterschiedliche Konzepte von Geschichtskultur gedeutet werden. Politischer Diskurs und private Erinnerung gingen bei der Debatte weit auseinander.

Das Buch zur Abrissdebatte "Palast der Republik" behandelt den Palast und das Schloss als deutschen Erinnerungsort, erklärt die Grundlinien des Konflikts und bietet ausführliche Materialien (zahlreiche Interviews mit Akteuren der Debatte wie Eberhard Diepgen, Gregor Gysi, Sabine Bergmann-Pohl etc.) und eine umfassende Bibliografie.

In einem Netzwerk haben mehr als 30 Studenten über mehrere Semester mit namhaften Einrichtungen (Landesarchiv Berlin, Humboldt-Universitäts-Gesellschaft, Best-Sabel Berufsfachschule für Design) und dem Berliner Wissenschaftsverlag eine Buchpublikation und eine Ausstellung (Prenzlauer Berg Museum, Berlin) erarbeitet. Für die Publikation haben neben Professoren und Vertretern des sog. Mittelbaus auch Studierende unter intensiver redaktioneller Anleitung geschrieben.

Herausgekommen ist ein 395-seitiges Buch, das erstmals mit distanziertem Blick auf die Debatte der letzten Jahre schaut. Ganz bewusst setze sich das Projekt von den bisherigen Betrachtungen ab. Es gehe nicht darum, Stellung zu beziehen, sondern die Debatte und ihre Akteure zum Thema zu machen. Der Palast ist tot und fast schon selber Geschichte. "Es war deshalb unser Ziel als Historiker diesen Erinnerungsort zu betreten, bevor er zur Brache des Vergessens wird. Wir wollen dabei explizit über den Gruppen und ihren Sinnstiftungsansprüchen stehen und suchen nach Details und Differenzierungen", so die Autoren des Buches.

Link: www.palastarchiv.de

Info:
Alexander Schug (Hrsg.): Palast der Republik. Politischer Diskurs und private Erinnerung 2007, 395 S., kart., 29,00 Euro, ISBN 978-3-8305-1373-5

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10.7.07

Lebensgeschichten von Opfern der nationalsozialistischen Euthansie

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) hat die Entstehung des soeben erschienenen Buches "Das Vergessen der Vernichtung ist ein Teil der Vernichtung selbst" - Lebensgeschichten von Opfern der nationalsozialistischen "Euthansie" mit einen Druckkostenzuschuss unterstützt. Damit trägt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde als älteste deutsche wissenschaftliche Fachgesellschaft auf den Gebieten Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde mit dazu bei, dass dieses furchtbare Kapitel der deutschen Geschichte nicht dem Vergessen anheim fällt. 23 Lebensgeschichten versammelt der vorliegende Band, Lebensgeschichten, die auf der Basis von Krankengeschichten rekonstruiert worden sind. Exemplarisch erzählen diese von den mehr als 70 000 psychisch kranken und geistig behinderten Frauen, Männern und Kindern, die 1940/41 von Ärzten zur Tötung bestimmt und in sechs eigens dazu errichteten Gasmordanstalten ermordet wurden. In den einleitenden Kapiteln werden die Lebensgeschichten in den historischen Kontext der deutschen Anstaltspsychiatrie und der NS-"Euthanasie" gestellt sowie Herkunft und Erkrankung der Opfer erläutert. Darüber hinaus sind die "Selektionskriterien" aufgeführt. Über die "Euthanasie"-Opfergruppe des NS-Regimes ist bislang wenig bekannt. In der öffentlichen Wahrnehmung spielt sie kaum eine Rolle. Knapp die Hälfte der lange verschollen geglaubten Krankenakten der "Euthanasie"-Toten wurden im Zuge der Öffnung der Stasi-Archive Anfang der 1990er Jahre wieder aufgefunden. Diese einzigartige Quelle ermöglicht es nun, die Opfer des nationalsozialistischen Krankenmordes in ihrer Individualität sichtbar zu machen.

Info:
"Das Vergessen der Vernichtung ist ein Teil der Vernichtung selbst" - Lebensgeschichten von Opfern der nationalsozialistischen "Euthanasie". Hg. von Petra Fuchs, Maike Rotzoll, Ulrich Müller, Paul Richter und Gerrit Hohendorf. 392 S. geb. 29,90 Euro (D), Göttingen Juni 2007; ISBN 978-3-8353-0146-2

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)
Reinhardtstrasse 14
10117 Berlin
Tel.: 030 / 28 09 66 01 oder -02
Fax: 030 / 28 09 38 16
sekretariat@dgppn.de

Quelle: Pressemitteilung DGPPN, 29.6.2007

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6.7.07

Dokumentation zur Ausstellung »Zwangsarbeiterinnen der NS-Zeit in Lippstadt«

Da Frauen und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen in der offiziellen Geschichtsschreibung allzu oft vergessen werden, gründete sich im Mai 2003 der Arbeitskreis "Frauengeschichte in Lippstadt". Frauen aus Lippstadt treffen sich einmal im Monat und recherchieren, wie Frauen in vergangenen Zeiten in Lippstadt gelebt haben. Begleitet wird der Arbeitskreis vom Stadtarchiv Lippstadt und der Gleichstellungsstelle der Stadt Lippstadt.

In einem ersten Projekt befasste sich der Arbeitskreis mit den vor allem aus Osteuropa stammenden Zwangsarbeiterinnen der NS-Zeit in Lippstadt. Zahlreiche Briefe Betroffener liegen im Archiv vor. Sie bildeten den Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit dem Thema.
Um Schicksale von Zwangsarbeiterinnen zu dokumentieren, hat sich der Arbeitskreis Frauengeschichte vor Ort auf Spurensuche begeben und dazu Akten durchgesehen, Gespräche mit Zeitzeugen/innen geführt, auf dem Friedhof recherchiert und vieles mehr. Das Ergebnis wurde im März/April 2006 in einer Ausstellung im Stadtarchiv der Öffentlichkeit vorgestellt. Zahlreiche Einzelbesucher/innen und Gruppen ließen sich bei Führungen von den Mitgliedern des Arbeitskreises Einzelheiten und Hintergründe erläutern. Die Gespräche und Diskussionen haben gezeigt, dass ein großes Interesse an dem Thema besteht.

Deshalb hat der Arbeitskreis eine Dokumentation mit Texten und Bildern erstellt. Auch wenn sie über das in der Ausstellung Gezeigte hinausgeht, so kann auch sie nur eine Auswahl aus dem vorliegenden Material bieten. Weiteres ist im Stadtarchiv jederzeit einzusehen. Der Arbeitskreis Frauengeschichte möchte sich ausdrücklich bei den Bürgerinnen und Bürgern bedanken, die zur Erstellung der Ausstellung und der Dokumentation durch zahlreiche Informationen, Hinweise, Dokumente beigetragen haben. Durch viele teilweise auch sehr persönliche Schilderungen konnte die Ausstellung sowie die Dokumentation diesen Umfang annehmen.

Es sind auch weiterhin jederzeit Hinweise von Zeitzeugen/innen willkommen. Ebenso freut sich der Arbeitskreis über weitere Dokumente zur Thematik.

Die Dokumentation ist im Stadtarchiv Lippstadt sowie in der Buchhandlung Egner, Geiststraße 1, für 5 Euro erhältlich.

Kontakt:
Stadtarchiv Lippstadt
Soeststraße 8
59555 Lippstadt
Tel.: 02941 / 980-262
Fax: 02941 / 720893
stadtarchiv@stadt-lippstadt.de

Quelle: Stadt Lippstadt, Pressemitteilung, 3.7.2007

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5.7.07

Archive und Öffentlichkeit. Tagungsdokumentation zum 76. Deutschen Archivtag 2006 in Essen

Der 76. Deutsche Archivtag, der vom 26. bis 29. September 2006 in Essen stattfand, war dem Rahmenthema "Archive und Öffentlichkeit" gewidmet. Nun legt der VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare die Tagungsdokumentation zum Deutschen Archivtag vor. Das Band ist als Band 11 in der neuen Reihe der „Tagungsdokumentationen zum Deutschen Archivtag“ im Selbstverlag des VdA erschienen.


Inhalt

Vorwort (9)
Robert Kretzschmar:Rahmenthema, Programm und Ergebnisse des 76. Deutschen Archivtags (11)
Ulrich Raulff: Archive und Öffentlichkeit – aus der Perspektive der Wissenschaft, des Feuilletons und eines Literaturarchivs (15)
Oliver Scheytt: Erwartungen der Politik an die Archive (25)
Bert Looper und Atte Jongstra: Historische Zentren in den Niederlanden – Eine Antwort auf die Frage nach der gesellschaftlichen Rolle von Archivaren und Archiven (33)

Archive und ihre Träger

Andreas Kellerhals: Navigieren in der Zeit. Strategiedefinition als Akt der Selbstbestimmung und Ausdruck von Eigenverantwortlichkeit (45)
Monika Schaupp: Der Archivverbund Main-Tauber und seine Träger Land Baden-Württemberg, Stadt Wertheim und Main-Tauber-Kreis (51)
Anja Gussek-Revermann: Verbesserte Kommunikation mit dem Archivträger – das Intranetangebot des Stadtarchivs Münster (57)
Angela Ullmann: Das Ende der Bescheidenheit (65)
Ulrich S. Soénius: Rettungsstation und Informationsvermittlung im Dienste von Wissenschaft und Wirtschaft – zukünftige Aufgaben regionaler Wirtschaftsarchive (71)
Brigitte Nelles: Zusammenfassung und Diskussion (79)

Bewertung und Erschließung für die Gesellschaft

Jochen Hecht und Marlies Lemcke: Überlegungen zur Bewertung von Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (85)
Sabine Brenner-Wilczek und Enno Stahl: Sammeln und Bewahren im elektronischen Zeitalter – Die Neudefinition der Literatur- und Kulturarchive (93)
Kurt Hochstuhl: Erschließung von Fotonachlässen im Staatsarchiv Freiburg (103)
Gisela Haker: Zusammenfassung und Diskussion (113)
Netz als Öffentlichkeit

Stephan Kellner: Bibliotheken im Internet: Digitalisierung, Fachportale, Informationssysteme – das Beispiel Bayerische Staatsbibliothek (119)
Peter Sandner: Karte – Luftbild – Geoinformationssystem. Archivierung und Präsentation digitaler Topografiedaten der Vermessungsverwaltung (127)
Christine Gohsmann: Radio, CD-Rom und Internet – gleichberechtigte Marketinginstrumente eines NGO-Archivprojektes in Südafrika (135)
Beate Dördelmann: Zusammenfassung und Diskussion (145)
Traditionelle Öffentlichkeitsarbeit und modernes Marketing

Peter Blum: Anti-Ageing für Archiv(ar)e. Überraschen, irritieren, provozieren… Kreative Lösungsansätze auf dem Weg zu einer zeitgemäßen Wahrnehmung (151)
Norbert Wex: Grenzen und Gefahren der Teilhabe von Archiven im Konkurrenzfeld der Veranstaltungskultur (159)
Bettina Joergens und Hermann Niebuhr: Archive und Öffentlichkeit – Öffentlichkeit und Archive: Das Experimentieren mit Klischees als produktiver Kommunikationsevent in der Detmolder Kulturnacht (167)
Karl-Peter Ellerbrock: Archivmarketing: Zielgruppen und Netzwerke zwischen wissenschaftlicher Kommunikation und Eventkultur (175)
Raymond Plache: Zusammenfassung und Diskussion 183

Archive und Öffentlichkeit

Stefan Benning: Was erwarte ich in einem Archiv – Kommunalarchive und Benutzung (189)
Robert Kretzschmar: Das Archiv in der Öffentlichkeit. Die Öffentlichkeit im Archiv – Erfahrungen und Perspektiven (195)
Biografien der Autorinnen und Autoren (215)

Info:
Tagungsdokumentation zum Deutschen Archivtag
Herausgegeben vom VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V.
Band 11 Archive und Öffentlichkeit
76. Deutscher Archivtag 2006 in Essen
Redaktion: Heiner Schmittin Verbindung mit Andreas Pilger, Clemens Rehm, Udo Schäfer, Katharina Tiemann und Klaus Wisotzky
Preis: 14,- Euro (10,- Euro für Mitglieder des VdA)
ISBN: 978-3-9811618-0-9

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4.7.07

Ausstellung über Würzburger Bischof Josef Stangl

Noch heute haben zahlreiche Menschen persönliche Erinnerungen an den von 1957 bis 1979 als Würzburger Bischof amtierenden Josef Stangl. Eine große Ausstellung von Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg in den neuen Räumen des Bibliotheksgebäudes anlässlich des 100. Geburtstags von Bischof Josef Stangl am 12. August 2007 widmet sich diesem Seelsorger im Bischofsamt und seiner Zeit. Die Ausstellung wird getragen vom Bistum Würzburg und finanziell unterstützt von der Unterfränkischen Kulturstiftung. International bekannt wurde Stangl durch sein Eintreten für die sogenannte Judendeklaration auf dem II. Vatikanischen Konzil, wegen seines Einsatzes als deutscher Jugendbischof und als Gastgeber der Würzburger Synode - aber auch aufgrund seiner Erlaubnis zum Gebet des Exorzismus für Anneliese Michel aus Klingenberg, deren Tod 1976 weltweit Aufsehen erregte.

Offizielle Urkunden und Dokumente, Briefe, Fotos, Broschüren, bischöfliche Amtsinsignien und Kleidung, Filmdokumente sowie ein Film mit Äußerungen von Zeitzeugen und Wissenschaftlern zeigen, wie Josef Stangl auf theologische, politische und gesellschaftliche Fragen reagierte. In vier großen Kapiteln werden die Besucher der Ausstellung auf zwei Geschossen durch die Zeit und das Wirken des Bischofs geführt. Der Dokumentation voraus ging ein wissenschaftliches Forschungsprojekt, das in Kooperation von Diözesanarchiv und -bibliothek mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg durchgeführt wurde und in dessen Zentrum die archivische Aufarbeitung des Nachlasses von Josef Stangl stand. Durch die nun abgeschlossene Verzeichnung und mit Hilfe des darauf basierenden Ausstellungskataloges steht der Forschung erstmals die Möglichkeit für eine umfassende historische Einordnung Stangls und seiner Zeit offen.

In diesem Katalog haben dreißig Forscher in 120 Artikeln Leben und Werk Josef Stangls anhand von 250 Dokumenten, die allesamt abgedruckt sind, nachgezeichnet. Umrahmt werden diese Beiträge von einführenden Aufsätzen zur Zeitgeschichte sowie zur Person des Bischofs und zu Grundstrukturen seines Bistums. Herausgeber des Kataloges sind die Professoren Wolfgang Altgeld, Lehrstuhl für neuere Geschichte, Wolfgang Weiß, Lehrstuhl für Fränkische Kirchengeschichte und Kirchengeschichte der neuesten Zeit, sowie Johannes Merz von Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg. Von ihnen wurde auch die Ausstellung konzipiert. Ergänzend gibt Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand eine Edition der wichtigsten Hirtenbriefe und Predigten Josef Stangls heraus. Das geistliche Profil des Bischofs charakterisiert sein Nachfolger Prof. Dr. Paul Werner Scheele.

Katalog und Edition erscheinen zum Ausstellungsbeginn am 6. Juli 2007 im Echter-Verlag Würzburg. Zu sehen ist die Dokumentation dann bis 28. Oktober 2007 im Bibliotheksgebäudes des Bistums. Der Eintritt ist frei. Gruppenführungen können nach Absprache angemeldet werden. Die Ausstellung ist barrierefrei zu besuchen. Neben der Ausstellung sind im September noch ein Vortrag von Prof. Dr. Erwin Gatz aus Rom, eine Fachtagung des Würzburger Diözesangeschichtsvereins und der Domschule sowie ein Gedenkgottesdienst mit Friedrich Kardinal Wetter und Bischof Dr. Friedhelm Hofmann geplant.

Kontakt:
Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg
Domerschulstr. 17
97070 Würzburg
Tel.: 0 931 / 386 - 67 100
Tel.: 0931 / 386 - 67 305
Fax: 0 931 / 386 - 67 101
archiv@bistum-wuerzburg.de
bibliothek@bistum-wuerzburg.de

Quelle: Pressemitteilung Julius-Maximilians- Universität Würzburg, 3.7.2007; Bischof Josef Stangl

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29.6.07

Neue Bücher zum Saarland-Jubiläum

Am 25. Juni 2007 stellte Ministerpräsident Peter Müller in der Staatskanzlei drei neue Bücher der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung vor: Zu den Saarland-Jahrestagen 1935 und 1955/57 hat die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Dr. h.c. Rainer Hudemann ihre neuesten Forschungsergebnisse zur Geschichte des Saarlandes in ihren deutsch-französischen und internationalen Vernetzungen veröffentlicht. Der Historiker, der an der Universität des Saarlandes Neuere und Neueste Geschichte lehrt, ist unter anderem Spezialist für die französische Deutschlandpolitik nach 1945 und den saarländischen Sonderweg jener Zeit.Mit den neuen Büchern erschließt die Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung im Umfeld der Jahrestage der beiden Volksabstimmungen des 20. Jahrhunderts und der Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik neue Felder dieser komplizierten Themenbereiche. Sie gibt damit einer breiteren interessierten Bevölkerung Materialien an die Hand, um sich genauer mit den "Saarjahren" zu beschäftigen.

Ministerpräsident Peter Müller erklärte: "Alle drei Bücher decken zusammengenommen den Zeitraum ab, den wir als saarländischen Sonderweg bezeichnen können. Dieser Sonderweg begann mit dem Ende des 1.Weltkrieges - der Schaffung des Saargebietes, seiner Abtrennung vom Deutschen Reich und seiner Unterstellung unter ein Völkerbundmandat 1920. Gerade der ideologische Missbrauch der Saarfrage in den 30er Jahren muss uns immer eine heilsame Lehre sein, sorgsam mit unserer politischen Verantwortung umzugehen. Wachsamkeit gegenüber allem, was Extremismen und Extremisten den Boden bereitet, ist auch heute wieder in verstärktem Maße geboten. Wachsender Antisemitismus, dumpfe populistische Parolen von selbsternannten Volkstribunen oder offen zu Tage tretender Rassismus sind Phänomene, die uns zu erhöhter Aufmerksamkeit und zu entschiedenem Handeln mahnen." Müller erinnerte daran, dass die saarländische Geschichte nach 1945 aber ebenso zeigt, dass es auch anders gehen kann. "An Stelle der ideologischen Aufrüstung trat nun die geistige Kehrtwende, die uns nicht mehr gegen, sondern nun in den Westen führte. Die Saarfrage wurde damals zur Bewährungsprobe des neuen Europas und des neuen deutsch-französischen Miteinanders. Heute, mehr als fünfzig Jahre später, dürfen wir mit Stolz feststellen: Europa, Deutschland, Frankreich und nicht zuletzt auch das Saarland, haben diese Bewährungsprobe bestanden."

Aus ihren langjährigen Forschungen zur Nachkriegsgeschichte des Saarlandes legt die Saarbrücker Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Rainer Hudemann und Prof. Dr. Armin Heinen (jetzt Aachen), die bereits zahlreiche Bücher dazu publizierte, ein umfangreiches Quellen- und Arbeitsbuch "Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa (1945-1957)" vor. In Zusammenarbeit mit Johannes Großmann und Marcus Hahn werden Quellen zur Verfügung gestellt, die hier zumeist erstmals publiziert werden. Viele stammen aus französischen Archiven, zu welchen die französische Regierung den Saar-Forschern unbeschränkten Zugang eröffnet hat. Das Buch führt ausführlich in die komplizierte Sach- und Forschungslage ein, gibt eine große Chronologie, Kurzbiographien wichtiger in den Quellen genannter Akteure und eine umfangreiche Arbeitsbibliographie. Ziel ist es, Arbeitsgruppen in Schulen, Verbänden und interessierter Öffentlichkeit ein eigenständiges Arbeiten nach jeweils individuellen Interessen zu erleichtern. Im Mittelpunkt des Buches stehen die internationalen Verflechtungen des Saarlandes, die in ihrer Vernetzung mit den innenpolitischen Problemen in Wirtschaft, Sozialpolitik, Gewerkschafts- und Parteienwesen und Kultur und in ihren zeitweisen Perspektiven einer europäischen Saar-Lösung exemplarisch aufgezeigt werden. Eine CD-Rom von Susanne Dengel lässt den Abstimmungskampf 1955 lebendig werden. Die Arbeiten für das Buch wurden besonders von der Volkswagen-Stiftung und der Union Stiftung gefördert. Es ergänzt sich thematisch und von der Inhaltsstruktur her gegenseitig mit den anderen in den letzten Jahren vorgelegten Büchern zu dieser Thematik.

Die Bücher von Dr. Wolfgang Freund und Dr. Frank Becker, beide von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert, erschließen Neuland im Umfeld der Saar-Abstimmung von 1935. In der Bundesrepublik ist seit einem Jahrzehnt in Öffentlichkeit und Wissenschaft intensiv darüber diskutiert worden, welchen Anteil Wissenschaftler an der Vorbereitung der nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik in Osteuropa hatten. Freund untersucht nunmehr in seinem Buch "Volk, Reich und Westgrenze. Deutschtumswissenschaften und Politik in der Pfalz, im Saarland und im annektierten Lothringen 1925-1945" die Situation im Westen. Er schildert die Gründungen, Forschungsinhalte und politischen Hintergründe der Saarforschungsgemeinschaft, der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, des ihr zugehörigen Saarpfälzischen (ab 1941 Westmark-) Instituts für Landes- und Volksforschung in Kaiserslautern sowie des 1940 in Metz installierten Lothringischen Instituts für Landes- und Volksforschung. Er zeigt, wie diese Institutionen vom Regime gleichgeschaltet wurden, aber auch, wie Wissenschaftler sich in mehr oder weniger direkten Formen an der verbrecherischen Germanisierungspolitik in Lothringen beteiligten oder auch die deutsche Ausraubung von Kulturgütern zu mildern versuchten.

"Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar" - unter diesem Motto versammelte der 1919/20 gegründete "Bund der Saarvereine" Tausende im Deutschen Reich verstreut wohnende Saarländer, die am 13. Januar 1935 ihr Votum zugunsten der Rückgliederung der Saar abgegeben sollten. Frank Becker untersucht, wie der Bund auf dem Fundament eines stetig wachsenden Ortsgruppennetzes im Deutschen Reich in den 15 Jahren seines Bestehens Funktionen wahrnahm, welche die amtliche deutsche Politik oftmals nicht ausüben wollte oder konnte. Das durch ihn vermittelte Gedankengut, ein Konglomerat revisionistischer, national-großdeutscher, stellenweise nationalistischer und latent antisemitischer Ideen, schlug sich in zahlreichen Druckschriften, Zeitungsbeiträgen sowie in (Massen-) Kundgebungen nieder. Ohne sich an die Nationalsozialisten zu binden, spielte der Bund im Vorfeld der Abstimmung von 1935 eine vielfältige Rolle. Nach dem Plebiszit gleichgeschaltet, bestand er noch einige Jahre als unpolitischer landsmannschaftlicher Zusammenschluss von Saarländern und Pfälzern fort. Zu beziehen sind die Bücher bei der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung im Landesarchiv Saarbrücken.

Info:
Rainer Hudemann und Armin Heinen in Zusammenarbeit mit Johannes Großmann und Marcus Hahn: "Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa 1945-1957. Ein Quellen- und Arbeitsbuch." Mit CD-Rom zum Abstimmungskampf 1955 von Susanne Dengel, Saarbrücken 2007. (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung Bd. 41), XII u. 678 S., 29 Euro

Wolfgang Freund: "Volk, Reich und Westgrenze. Deutschtumswissenschaften und Politik in der Pfalz, im Saarland und im annektierten Lothringen 1925-1945", Saarbrücken 2006. (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung Bd. 39), 552 S., 30 Euro

Frank G. Becker: "Deutsch die Saar, immerdar!" Die Saarpropaganda des Bundes der Saarvereine 1919-1935, Saarbrücken 2007. (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung Bd. 40), 501 S., 29 Euro

Kontakt:
Historisches Institut, Universität des Saarlandes
Prof. Dr. Dr. h.c. Rainer Hudemann
Postfach 15 11 50
66041 Saarbrücken
Tel.: 0681 / 302 - 2313
martina.saar@mx.uni-saarland.de

Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung e.V.
Landesarchiv Saarbrücken
Dudweilerstraße 1
66133 Saarbrücken-Scheidt
Tel.: 0681 / 98039 - 138 oder - 128
Fax: 0681 / 98039 - 133
kommission@landesarchiv.saarland.de

Quelle: idw, 25.6.2007; Pressemitteilung Universität des Saarlandes, 25.6.2007

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27.6.07

Schaffen und Streben - Bildband über arbeitende Bevölkerung Warendorfs

Im Warendorfer Rathaus wurde am 25. Juni 2007 ein neuer Bildband über die arbeitende Bevölkerung Warendorfs präsentiert. Die wirtschaftliche Grundlage für das Leben in Warendorf bildete im Mittelalter die Produktion von und der Handel mit Textilien. In der Hälfte der Häuser klapperten noch im 18. Jahrhundert Webstühle. Der wirtschaftliche Niedergang infolge von Kriegen und veränderten Produktionsweisen ließ Warendorf um 1800 verarmen. Erst mit dem Anschluss an das Schienennetz 1887 siedelte sich Industrie an, die Wirtschaft blühte wieder auf. Die historische Altstadt mit ihren vier Marktplätzen und den großen Giebelhäusern der Kaufleute zeugt bis heute von der alten Handelstradition der Stadt. Laurenz Sandmann, Vorsitzender der Altstadtfreunde Warendorf und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Stadtmuseums Warendorf , dem dezentralen Museum zur Stadtgeschichte, illustriert anhand von rund 200 bislang meist unveröffentlichten Fotografien den Arbeitsalltag in Warendorf zwischen 1880 und 1978. Die lebendigen Aufnahmen gewähren Einblicke in Handwerkstätten, Büros, Läden, Fabrikhallen und den harten Alltag in der Landwirtschaft. Eindrucksvolle Fotografien zeigen, dass die Warendorfer daneben auch ihre Freizeit aktiv zu gestalten wussten. Der Bildband, bereits der dritte, den die Altstadtfreunde herausgeben, ist unter dem Titel "Schaffen und Streben" in der Reihe „Archivbilder“ im Sutton-Verlag erschienen. Er lädt ein, sich an das Schaffen und Streben vergangener Generationen zu erinnern und die Arbeitswelt vergangener Tage neu zu entdecken. Die Fotos stammen aus dem Bildarchiv der Altstadtfreunde, mit dessen Aufbau im Jahre 1995 begonnen wurde und dessen Ziel darin besteht, eine umfangreiche Sammlung von historischen Fotos anzulegen und diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Bildarchiv gehört organisatorisch zum Kreisarchiv Warendorf und stellt dort lediglich einen gesonderten Bestand dar. Dank der sachkundigen Unterstützung durch das Kreisarchiv konnten inzwischen ca. 14.000 Aufnahmen katalogisiert, archiviert und dokumentiert werden. Auf diesen reichhaltigen Fundus konnte Laurenz Sandmann bereits bei seinen bereits früher erschienen zwei Bildbänden zurückgreifen, die sich mit Warendorf vor 1900 und in den 50er Jahren beschäftigten.

Kontakt:
Kreisarchiv Warendorf
Waldenburger Str. 2
48231 Warendorf
Tel.: 02581 / 53 - 2197
Fax: 02581 / 53 - 2452
kreisarchiv@kreis-warendorf.de
Altstadtfreunde-Warendorf@bigfoot.com

Quelle: Westfälische Nachrichten, 26.6.2007; Kurzbeschreibung Sutton Verlag

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25.6.07

Das architektonische Werk der Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer

Als das Bergbau-Archiv Bochum im Jahr 2002 den zeichnerischen Nachlass der Architektengemeinschaft Fritz Schupp und Martin Kremmer übernahm, war allen Beteiligten bewusst, dass es sich dabei um eine große Aufgabe handelte. Groß zunächst aus archivischer Sicht, denn in den seinerzeit unerschlossenen 308 überlieferten Planmappen befanden sich, wie man heute weiß, nicht weniger als 17.570 Architekturzeichnungen unterschiedlichster Formate und Ausführungen. Groß war und ist aber auch die wissenschaftliche Bedeutung des zeichnerischen Nachlasses der beiden wohl bedeutendsten deutschen Architekten für den Bergbau im 20. Jahrhundert. Dies umso mehr, als sich eine Überlieferung der Korrespondenzen, Verträge und sonstigen Schriften des Architekturbüros nicht erhalten hat.

Das Ziel, den sehr umfangreichen Bestand in absehbarer Zeit in eine sachgerechte Lagerung zu überführen, archivfachlich zu erschließen, nach modernen Gesichtspunkten zugänglich zu machen und zugleich auch selbst wissenschaftlich zu erforschen, waren die Inhalte eines in 2003 formulierten Projektantrages. Dieser wurde seitens der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung 2004 für eine Laufzeit von drei Jahren genehmigt. Für das Vorhaben ist das Deutsche Bergbau-Museum Bochum (DBM) verantwortlich. Von Beginn an wurden die archivfachlichen und wissenschaftlichen Arbeiten in aktuelle fachliche Diskurse eingebettet. Dabei wurde immer wieder deutlich, dass es für den archivischen Umgang mit einem solchen Planbestand keine Standardlösungen gibt, die gleichsam "aus der Schublade" gezogen und angewandt werden können.

Diese Erkenntnis und das Streben nach wissenschaftlichem Austausch gaben den Anlass zur Veranstaltung eines eintägigen Symposions am 26. April 2006 im DBM, dessen Beiträge hier publiziert werden. Vorliegender Tagungsband eröffnet die Publikationsreihe zum Erschließungsprojekt des zeichnerischen Nachlasses der Architektengemeinschaft Schupp/Kremmer, die auf drei Bände angelegt ist.

Info:
Farrenkopf, Michael (Bearb.): Vom Entwurf zum Depositum. Über den wissenschaftlichen Umgang mit dem zeichnerischen Nachlass der Industrie (= Das architektonische Werk der Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer, Bd. 1), Bochum 2007, Bestellnummer: DBM 154, ISBN 10: 3-937203-31-1, ISBN 13: 978-3-937203-31-7, 19,90 EUR

Kontakt:
Dr. Michael Farrenkopf
Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Am Bergbaumuseum 28
44791 Bochum
(0234) 58 77 -154
(0234) 58 77 -111
michael.farrenkopf@bergbaumuseum.de
www.bergbaumuseum.de

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21.6.07

Stadtarchiv Wolfsburg sucht Fotos fürs Stadtjubiläum

Das Stadtarchiv Wolfsburg sucht anlässlich des 70-jährigen Stadtgeburtstages im Jahre 2008 private Fotos aus dem Zeitraum 1938-1988 mit Wolfsburg-Bezug. Gesucht werden v.a. Fotos, die den Alltag und das gesellschaftlich-gesellige Geschehen widerspiegeln. Besonders gefragt sind Bilder aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, die das provisorische Leben dokumentieren (Wohnen, Ernährung, Schulalltag/Klassenfotos der Barackenschulen, Spielen, Heiraten, Vereinsleben usw.). In der Wirtschaftswunderzeit sollte das Bildmaterial auf „Käfer“ und „Konsum“ konzentriert sein („Mein erster Käfer und ich“; „Die erste Urlaubsreise mit dem Käfer nach Italien“, Einkaufsbummel in Wolfsburg, Mode). In den 70er und 80er Jahren fehlt Bildmaterial, das die politische Stimmungslage wiedergibt (Demonstrationen, Kommunen usw.). Das Stadtarchiv Wolfsburg nimmt die Fotos in der Woche vom 25. Juni - 29. Juni 2007 täglich in der Zeit von 12.00 bis 16.00 entgegen. Ansprechpartnerinnen für die Fotoannahme sind Christina Jonscher und Katja Steiner. Das Stadtarchiv benötigt die Fotos leihweise für ein Publikationsprojekt zum 70. Stadtgeburtstag Wolfsburgs und hofft, dass viele Wolfsburger ihre private Schatzkammer öffnen und Fotografien kostenlos zur Verfügung stellen.

Kontakt:
Stadtarchiv Wolfsburg
Goethestraße 10a (Goetheschule, Eingang C)
38440 Wolfsburg
Tel.: 05361 / 2757 - 38
Fax: 05361 / 275757
katja.steiner@Stadt.wolfsburg.de

Quelle: Pressemeldung Stadt Wolfsburg, 19.6.2007

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16.6.07

Maximilian Friedrich Weyhe - Ein Leben für die Gartenkunst

Maximilian Friedrich Weyhe, einer der bedeutendsten Gartenkünstler des 19. Jahrhunderts, wird erstmals in einer ausführlichen Biographie gewürdigt. Maximilian Friedrich Weyhe, der zu seiner Zeit so begehrt war, dass man seine Dienste selbst in Russland wünschte, trat 1804 die Stelle des Hofgärtners in Düsseldorf an. Doch nicht nur in Düsseldorf, in zahllosen Städten im Rheinland wie auch in Westfalen und selbst in Belgien finden sich von ihm im unverwechselbaren Stil geschaffene englische Landschaftsgärten, Promenaden und Gärten - beispielhaft seien hier nur genannt Kleve, Neuss, Arnsberg, Dortmund, Krefeld oder Aachen. Im letzten Jahrzehnt hat in Düsseldorf, aber auch andernorts das Interesse an historischen Gärten stark zugenommen. Zahlreiche Arbeiten und Bildbände erschienen, alte Park- und Gartenanlagen wurden aufwändig restauriert, große Veranstaltungen wie die EUROGA 2002plus und die Eröffnung des Museums für Europäische Gartenkunst haben zusätzliches Augenmerk auf dieses Thema gelenkt. Und 2007 beteiligt sich Düsseldorf erstmals am bundesweiten Gartenwettbewerb "Entente Florale". So lag es nahe, auf einen Gartenarchitekten zurückzukommen, der maßgeblich zum Ruf Düsseldorfs als Gartenstadt beigetragen hat.

Das Buch basiert auf einer Dissertation der Dortmunder Kunsthistorikerin Dr. Margaret Ritter. Ihre Dissertation aus dem Jahre 2000 wurde aktualisiert und erweitert zu einem attraktiven Bildband, der nun unter dem Titel "Maximilian Friedrich Weyhe (1775-1846) - Ein Leben für die Gartenkunst" im Droste Verlag erschien. Herausgeber sind der Düsseldorfer Geschichtsverein und das Stadtarchiv Düsseldorf. Das Buch stellt ausführlich Leben, Familie und Karriere Weyhes von seinen Lehr- und Wanderjahren in Brühl bei seinem Onkel Peter Joseph Lenné und in Wien bei Franz Boos über die ersten Berufsjahre in Köln bis hin zu seinem Wirken in Düsseldorf vor - bis zu seinem Tod 1846. Weyhe war zu seiner Zeit so begehrt, dass sein Ruf von Wien bis zum russischen Staatsminister Potocki drang, der ihm eine Stelle anbot. Doch diesem Werben hielt er stand. Er entschied sich, Georg Arnold Jacobis Empfehlung zu folgen und am 1. Februar 1804 die Hofgärtnerstelle in Düsseldorf anzutreten - ein Umstand, dem die Stadt nicht nur die Umgestaltung und Erweiterung des Hofgartens verdankt, sondern zum Beispiel auch Gartenanlagen und Parks um Schloss Benrath, Haus Unterbach, Schloss Mickeln, Schloss Kalkum oder den Golzheimer Friedhof, auf dem noch heute sein Grab zu finden ist. Vielen dürfte unbekannt sein, dass er von 1804 an als Hofgärtner selbstverständlich das Hofgärtnerhaus bewohnte (bis ihm die Nachbarschaft zu laut wurde und er 1808 auf die Jacobistraße umzog). Doch deutlich sichtbar erinnern noch heute das Weyhe-Denkmal im Hofgarten, die Maximilian-Weyhe-Allee und die kleine Weyhe-Passage im Hofgarten daran, welche Bedeutung er für Düsseldorf hatte.

Einen wesentlichen Teil des Buches macht die akribische Schilderung aller bekannten Arbeiten Weyhes aus. Hier beschreibt die Autorin auch die Beziehungen Weyhes zu seinen Auftraggebern, seine Arbeitsweise, die Umsetzung seiner Gestaltungsprinzipien und die entstandenen Gartenanlagen anhand des quer durch Deutschland, Österreich, Tschechien und Belgien aufgefundenen Quellenmaterials. Der 371 Seiten starke Band ist mit fast 200 Abbildungen durchgängig vierfarbig illustriert; darunter finden sich zahlreiche erstmals veröffentlichte Pläne und Dokumente aus Weyhes Leben und Wirken. Enthalten sind ferner eine Liste aller bekannten Pläne Weyhes, Zeitleisten, fünf genealogische Tafeln zur Familie Weyhe, ein ausführlicher Orts- und Personenindex sowie als Kartenbeilage ein Nachdruck eines Planes von Düsseldorf im Jahre 1824. Der Dank der Herausgeber gilt der Stadt Düsseldorf, der Stadtsparkasse Düsseldorf, dem Landschaftsverband Rheinland sowie der vanMeteren-Stiftung, die mit Zuschüssen und Spenden diese Publikation erst möglich machten.

Kontakt:
Stadtarchiv Düsseldorf
Heinrich-Erhardt-Str. 61
40468 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 89 - 95737
Fax: 0211 / 89 - 29155
stadtarchiv@stadt.duesseldorf.de

Quelle: Aktuelles Landeshauptstadt Düsseldorf, 8.6.2007; Düsseldorf On, 16.6.2007

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14.6.07

Erinnerungen an Vertreibung niedergeschrieben

Mehr als zwanzig Männer und Frauen hatten sich gemeldet, als Stadtmuseum, Stadtarchiv und Volkshochschule Gütersloh vor eineinhalb Jahren im „Erzählcafé“ Zeitzeugen die Gelegenheit boten, über Flucht, Vertreibung und die Ankunft im Westen zu berichten. Neun von ihnen haben ihre Erinnerungen aufgeschrieben oder auf Band gesprochen, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nun liegen diese Schilderungen in Buchform vor. Am 13. Juni 2007 wurde das Buch im VHS-Haus vorgestellt. Gut 200 Seiten umfasst das von der Volkshochschule herausgegebene und von Hans-Dieter Musch redigierte Werk mit dem Titel "Vertrieben und angekommen", das in dem renommierten Verlag für Regionalgeschichte erschienen ist. Es gibt Einblick in die Erinnerungskultur derjenigen Generation, die den Osten als ihre ursprüngliche Heimat ansieht, die sich aber ihre Existenz von Beginn an im Westen aufgebaut hat. Eine Sonderstellung nimmt in dem Band die Erzählung einer DDR-Flüchtigen ein, deren Ehemann in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts in die Fänge der Stasi geraten war. Im Rahmen der Buchvorstellung lasen einige Autoren kurze Ausschnitte aus ihren Texten. Geboren wurden die meisten Autoren in Westpreußen und Schlesien. Alle fanden in Gütersloh oder im ehemaligen Kreis Wiedenbrück ein neues Zuhause. Der Bruch mit der alten Heimat war geprägt von Not und Entbehrungen, vor allem aber von unmenschlicher Gewalt. Der Neuanfang in der Region überdeckte die seelischen Wunden für lange Zeit, doch im Altersrückblick brachen sie wieder hervor. Durch ihre Veröffentlichung haben sich die Autoren ein Stück weit von ihrer inneren Last befreit. Das Buch kann im heimischen Buchhandel erworben werden.

Kontakt:
Stadtarchiv Gütersloh
Hohenzollernstraße 30 a
33330 Gütersloh
Tel.: 05241 / 82 - 2302
Fax: 05241 / 82 - 2032
stephan.grimm@gt-net.de

Quelle: Pressemitteilung Stadt Gütersloh, 13.6.2007

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10.6.07

Bildband zum 100-jährigen Eingemeindungsjubiläum Betzingens

Tausend Fotos zum 100-jährigen Eingemeindungsjubiläum! Anlässlich des Zusammenschlusses von Reutlingen und Betzingen vor nunmehr 100 Jahren hat Hermann Pfeiffer aus Betzingen zusammen mit dem Reutlinger Stadtarchiv einen historischen Fotoband mit dem Titel „Betzingen im Foto. 100 Jahre Reutlingen-Betzingen 1907–2007“ vorbereitet. In 14 Kapiteln, deren Inhalte zumeist chronologisch aufgebaut sind, und mit exakt 1.000 Fotografien wird ein eindrucksvolles Bild vom Leben und den Menschen, von den Veränderungen und Besonderheiten in der größten und ältesten Reutlinger Bezirksgemeinde während des vergangenen Jahrhunderts gezeichnet. Erinnert wird an längst Vergessenes und aus dem Ortsbild Verschwundenes, an Ereignisse und Personen, an Vertrautes und Alltägliches, aber auch an Ungewöhnliches und Besonderes. Anschaulich ins Bild gerückt werden Themen wie Kirche und Schule, Vereine und Feste, der Wandel in Industrie, Handel und Handwerk mit den damit einhergehenden Veränderungen der Arbeitswelt, ferner das Brauchtum in seinen vielfältigen Ausprägungen, und selbstverständlich dürfen auch die bei den Fotografen so beliebten Trachtenmotive nicht fehlen. Kurzum: Es wird ein Jahrhundert Ortsgeschichte und Dorfkultur präsentiert und dokumentiert.

Ausführliche Bildlegenden vermitteln historische Hintergrundinformationen und Zusammenhänge. Eröffnet wird die Bilderreise von der Vergangenheit in die Gegenwart durch Geleitworte von Oberbürgermeisterin Barbara Bosch und Bezirksbürgermeister Thomas Keck. Den ortsgeschichtlichen Rahmen steckt eine Einführung von Archivleiter Dr. Heinz Alfred Gemeinhardt ab. Hermann Pfeiffer ist auch für Bildbearbeitung, Layout und Produktion verantwortlich. Alle 1000 Bildmotive sind im sogenannten Duplex-Verfahren gedruckt, das heißt jede Abbildung setzt sich aus schwarz-weißen und zusätzlich aus grauen Tonwerten zusammen, was eine optisch verbesserte Wiedergabe ermöglicht. Der aufwendig gestaltete Fotoband ist beim Stadtarchiv im Rathaus, im örtlichen Buchhandel, beim Bezirksamt und bei der Kreissparkasse in Betzingen sowie in verschiedenen Betzinger Geschäften erhältlich. In der Kreissparkasse in Betzingen findet zudem noch bis zum 29. Juni 2007 eine gleichnamige Ausstellung mit einer Auswahl der historischen Bildmotive statt.

Info:
Hermann Pfeiffer: „Betzingen im Foto. 100 Jahre Reutlingen-Betzingen 1907–2007“, mit einer ortsgeschichtlichen Einführung von Heinz Alfred Gemeinhardt. Hg. vom Stadtarchiv Reutlingen. Reutlingen 2007. 328 Seiten, 1000 Abb., 25 Euro.

Kontakt:
Stadtarchiv Reutlingen
Marktplatz 22
72764 Reutlingen
Tel.: 07121 / 303 - 2386
Fax: 07121 / 303 - 2758
stadtarchiv@reutlingen.de

Quelle: Stadtarchiv Reutlingen Aktuell; Schwäbisches Tagblatt, 4.6.2007

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6.6.07

Kirchenarchiv mit Zukunft. Leiterwechsel im Landeskirchlichen Archiv Bielefeld

Der langjährige Leiter des Landeskirchlichen Archivs Bielefeld, Professor Dr. Bernd Hey, ist nach Vollendung seines 65. Geburtstags Anfang Mai, zum 31.5.2007 in den Ruhestand getreten. Durch persönlichen Einsatz und den Dialog sowohl in der Kirche als auch mit Wissenschaft und breiter Öffentlichkeit hat Hey einen wichtigen Beitrag zu einer geschichtlich verantworteten Präsenz der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) geleistet. Der Historiker stand seit 1985 an der Spitze des Landeskirchlichen Archivs. Präses Alfred Buß würdigte Hey als herausragende Persönlichkeit, die mit Kompetenz und Engagement die kirchliche Archivarbeit weit über die landeskirchlichen Grenzen hinaus geprägt habe.

Geboren und aufgewachsen in Bielefeld, studierte Hey an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Geschichte, Germanistik, Publizistik, Philosophie und Pädagogik. Nach Referendariat und Dissertation arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent an der Pädagogischen Hochschule und Universität Bielefeld. 1980 folgte die Habilitation in Geschichte an der Universität Bielefeld sowie die Berufung zunächst zum Privatdozenten, 1984 zum Professor. 1985 wechselte Bernd Hey als Direktor an das Landeskirchliche Archiv. Lehraufträge an der University of Illinois/USA und in Potsdam sowie zahlreiche Veröffentlichungen runden seine wissenschaftliche Tätigkeit ab. Als Nachlassverwalter hat Hey, der seit 1997 auch Vorsitzender des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte ist, darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Rehabilitierung und Anerkennung von Kurt Gerstein geleistet, der als Christ innerhalb der SS Widerstand gegen das Naziregime leistete.

Nachfolger Heys als Leiter des Landeskirchlichen Archivs der EKvW wurde zum 1.6.2007 Dr. Jens Murken. Der 38-jährige Historiker und Diplom-Archivar (FH) studierte an der Universität Münster und an der Fachhochschule Potsdam. Er war von 1995 bis 2001 wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Münster und Gießen. Seit 2001 war er im Landeskirchlichen Archiv Bielefeld als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.

Das Landeskirchliche Archiv der EKvW ist zuständig für Landessynode, Kirchenleitung, Landeskirchenamt, Landeskirchliche Ämter und Einrichtungen sowie für die Archive der Kirchenkreise und Kirchengemeinden. Neben diesen Beständen, die beim Träger verwahrt oder im Landeskirchlichen Archiv deponiert werden, übernimmt das Landeskirchliche Archiv Nachlässe und verfügt auch über eine eigene Bibliothek. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Landeskirchlichen Archivs liegt in der Archivpflege. Eng arbeiten ehrenamtlich tätige Gemeinde- oder Kreissynodalpfleger mit den Sachbearbeitern des Landeskirchlichen Archivs zusammen. Ein breites Spektrum nehmen die wissenschaftliche Nutzung des Archivs, das sich als Agentur für die westfälische Kirchengeschichtsforschung versteht, und genealogische Anfragen ein. Ferner ist im Landeskirchlichen Archiv auch die Geschäftsstelle des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte und der Kommission für kirchliche Zeitgeschichte angesiedelt.


Als Überraschung erhielt der scheidende Archivleiter Bernd Hey am 31. Mai im Rahmen seiner feierlichen Verabschiedung in Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Archiven innerhalb und außerhalb Westfalens eine Festschrift mit dem Titel "Kirchenarchiv mit Zukunft" überreicht. Über dreißig Beiträge von Kollegen, Mitarbeitern und Schülern zeichnen darin das breite wissenschaftliche Interesse des Jubilars nach: Regionalgeschichtliche Studien behandeln die westfälische Geschichte vom 17. bis zum 20. Jahrhundert, kirchenarchivische Abhandlungen erörtern die Bedeutung der Archive für das kollektive Gedächtnis der Gesellschaft sowie der Archivbildner, Berichte über praktische Anwendungsgebiete belegen ganz im Sinne Heys die Bandbreite der Tätigkeiten und Wirkmöglichkeiten eines "Kirchenarchivs mit Zukunft".

Inhalt:

Präses Alfred Buß: Grußwort (9)
Vorwort (11)
Wilfried Reininghaus: Grenzen. Ein Problem der Landesgeschichte (15)
Reinhard Vogelsang: Die Privilegien der Stadt und „des landes nottdurft“. Bielefeld 1647-1666 (29)
Ulrich Althöfer: MBCH FECIT – Der Bielefelder Bildschnitzer Bernd Christoph Hattenkerl und der Oerlinghauser Orgelprospekt von 1688 (47)
Vicco von Bülow: „Nachricht vom Zustande der Evangelisch-Reformierten Kirche von Schwerte“. Verhandlungen über das Patronat im Jahr 1715 (59)
Bärbel Sunderbrink: Neue Wege gegen die Armut. Verordnete Modernität und kirchliche Beharrungskraft im Königreich Westphalen (69)
Rolf Westheider: Versmolder Grenzfälle. Religiosität und soziales Leben in katholischer Nachbarschaft (81)
Wolfgang Günther: Renitenz in Spenge. Über den kirchenbehördlichen Umgang mit Abtrünnigen (95)
Eckhard Möller: „Das größte Opfer …, das Missionare tragen und bringen müssen“. Das Gütersloher Missionarskinderheim Johanneum (107)
Kerstin Stockhecke: September 1940: Die „Euthanasie“ und die jüdischen Patienten in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel (131)
Jürgen Kampmann: „Die DC sucht das Ganze, die BK das Ihre“. Kirchenpolitische Gräben und Grabenkämpfe im Zweiten Weltkrieg im Spiegel der Gelsenkirchener Bekenntniskreissynoden der Jahre 1941 und 1942 (143)
Johannes Burkardt: Die 250-Jahrfeier der Church of the Brethren in Schwarzenau 1958. Ein ökumenisches Großereignis der Nachkriegszeit (167)
Johanna Will-Armstrong: „Neue Aufgaben der Seelsorge“ – Das Proponendum der Evangelischen Kirche von Westfalen von 1958 (181)
Wolfgang Werbeck: Opel- und Ruhruniversität-Ansiedlung in Bochum und ihre Folgen für die evangelische Ortsgemeinde (191)
Thomas Heinrich: Vom beschränkten Sammeln – oder: Warum allgemeine Rücklagen in verfasster Kirche unstatthaft sind (203)
Mechthild Black-Veldtrup: Kirchenarchiv und Staatsarchiv (213)
Beate Sophie Fleck: Evangelische Taufeinträge in einer katholischen Pfarrei im Münsterland. Das Beispiel Olfen (217)
Hans Otte: Feiern eines problematischen Anfangs? Das Beispiel des Kirchenbuchamts Hannover (225)
Norbert Friedrich: Gedächtnisorte der Mutterhausdiakonie – die Archive und historischen Sammlungen in den Mutterhäusern und ihre Bedeutung (245)
Martin Stiewe: Vom Nutzen und Nachteil kirchlicher Archive für die Verkündigung der Kirche (253)
Claudia Brack: Die landeskirchliche Archivpflege in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen (261)
Gabriele Stüber: Strategien und Handlungsmuster einer pädagogischen Öffnung kirchlicher Archive (269)
Bettina Wischhöfer: Lernort Archiv – Lebendige Erinnerungskultur für die Zukunft? (279)
Bärbel Thau: Das Johannesstift in Bielefeld als historischer Lernort (287)
Matthias Benad: „Kommet her zu Mir Alle …“. Eine kurze Führung durch das religiöse Programm der Betheler Zionskirche (297)
Brigitte Gläser und Hans-Rudolf Hermannsen: … retten, was zu retten ist! (315)
Matthias Rickling: Fünf Punkt Zwei – das Gersteinprojekt. Ein Archivbestand macht Karriere (317)
Markus Köster: Vom Nutzen des Spielfilms für die Geschichte (333)
Joachim Radkau: Dreimal Siebenbürgen mit Bernd Hey. Auf den Spuren des Exodus der Siebenbürgendeutschen (345)
Johann Melzer: Bestimmungen und Vorschriften zur Benutzung des Ungarischen Landesarchivs in Budapest Ende des 19. Jahrhunderts (369)
Detlef Stemann und Manfred Wittland: „Man muss die Probleme anpacken!“ – Der Archivar als Handwerker. Erfahrungen aus Magazinersicht (375)
Jens Murken: „Ich weiß nicht, ob ich ein typischer Archivleiter bin“. Ein Interview mit Bernd Hey im Jahre 2003 (379)
Ahnentafel Bernd Hey (400)
Bibliographie Bernd Hey (403)
Autorinnen und Autoren (413)

Info:
Claudia Brack / Johannes Burkardt / Wolfgang Günther / Jens Murken (Hg.):
Kirchenarchiv mit Zukunft. Festschrift für Bernd Hey zum 65. Geburtstag
= Schriften des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen 10
Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh, 2007.
ISBN 978-3-89534-700-9,
Gebunden. 25 x 17 cm. 416 Seiten. 47 Abbildungen sowie 3 Zeichnungen von Volker Reiche, 29,00 € (Bestellzettel als PDF)

Kontakt:
Evangelische Kirche von Westfalen
Landeskirchliches Archiv
Altstädter Kirchplatz 5
(Besucher: Ritterstraße 19)
33602 Bielefeld
Tel.: 0521/594158
Fax: 0521/594267
archiv@lka.ekvw.de
www.archiv-ekvw.de

Quelle: EKvW, Pressemitteilungen vom 15.2.2007 und 4.5.2007

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Historisches Filmdokument über den Schüleralltag der 1930er Jahre

Auf dem Stundenplan standen Deutsch und Rechnen neben Rassenkunde und nationalpolitischer Erziehung; die Mädchen lernten kochen, die Jungen schießen. Ein wiederentdecktes Filmdokument aus dem sauerländischen Plettenberg eröffnet einen Blick in den Schulalltag vor 70 Jahren und die Veränderungen, denen Schule und Unterricht unter den ideologischen Vorgaben des "Dritten Reiches" ausgesetzt waren. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Plettenberg und dem Heimatkreis Plettenberg sowie dem Westfälischen Schulmuseum Dortmund dieses Filmdokument jetzt als DVD für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bei seiner Arbeit wurde das LWL-Medienzentrum für Westfalen von der LWL-Kulturstiftung unterstützt.

"Während über die Aktivitäten von HJ und BDM aus Westfalen eine ganze Reihe von zeitgenössischen Filmdokumenten existieren, sind Aufnahmen, die den Schulalltag der NS-Zeit dokumentieren, so gut wie unbekannt", erläutert Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen, den Wert der Filmbilder aus der Martin-Luther-Schule Plettenberg.

Gedreht wurden sie von dem Fotografen und Amateurfilmer Ludwig Müller (1900 -1972), dessen Tochter seit 1934 die Plettenberger Volksschule besuchte. "Über mehrere Jahre hinweg", so Stadtarchivarin Martina Wittkopp-Beine, "begleitete Müller, die Schulzeit seiner Tochter mit der Kamera." Die Filme wurden anschließend von ihm geschnitten und - weil sie stumm waren - mit Texttafeln versehen.

Müllers Aufnahmen eröffnen einen unmittelbaren, anschaulichen Einblick in den Schulalltag der 1930er Jahre. Dieser Alltag war in hohem Maße von Maximen geprägt, die schon seit Kaisers Zeiten galten: die Erziehung zu "Ruhe und Ordnung", zu Pflichtbewusstsein und Disziplin, zu Sparsamkeit, Lebenstüchtigkeit, Heimat- und Vaterlandsliebe. Zugleich enthüllen die laufenden Bilder aber auch, in welchem Ausmaß Schule und Unterricht in jener Zeit ideologisch beeinflusst und deformiert wurden.

Eine Reihe von Zwischentiteln benennt explizit die nationalsozialistischen Erziehungsvorgaben: die zentrale Rolle der "Leibesertüchtigung" ebenso wie die der "Erb- und Rassenlehre", die "wehrtechnischen Ziele" des Modellbaus und auch die Einschwörung der Mädchen auf ihre Rolle als "deutsche Hausfrau" und Mutter.Nicht zuletzt rücken Müllers Aufnahmen in verschiedenen Sequenzen die Vorbereitung der jungen Generation auf den Krieg ins Bild: Scheinbar harmlose Aktivitäten wie das Sammeln von Kastanien "im Dienste des Vierjahresplanes" stehen neben Schießausbildung und Luftschutzübungen. Und auch ideologisch werden die Schüler durch die Behandlung von Themen wie "Deutschtum im Ausland" und "Das Versailler Diktat" auf Hitlers Kriegspläne eingestimmt.

"Für den Geschichtsunterricht bietet dieses außergewöhnliche Filmdokument vielfältige Anknüpfungspunkte für eine lebendige Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus", betont Köster. "Das gilt um so mehr, als der Film über sein Thema eine Brücke zur Lebenswelt junger Menschen schlägt und sie mit den alltäglichen Schulerfahrungen damals Gleichaltriger vertraut macht."

Unterstützt durch ein studentisches Projektteam um Claudia Robbers, Thomas Groß, Sven Keinert und Jan Telgkamp hat das LWL-Medienzentrum den ursprünglich rund 75 Minuten langen Stummfilm für die DVD-Produktion gekürzt, unter thematischen Gesichtspunkten geordnet und mit einem Kommentar versehen. Ein umfangreiches Begleitheft zur DVD ergänzt den Film sowohl um Hintergrundinformationen zum lokalen Entstehungskontext der Aufnahmen als auch zur nationalsozialistischen Schulpolitik insgesamt.

Am Donnerstag, 14. Juni, um 19 Uhr wird der Film im Rathaus zu Plettenberg erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Unter dem Titel "Schule unterm Hakenkreuz" kann die DVD danach zum Preis von 14,90 Euro zuzüglich Versandkosten beim LWL-Medienzentrum für Westfalen (medienzentrum@lwl.org) oder direkt im Stadtarchiv Plettenberg erworben werden.

Info:
Schule unterm Hakenkreuz. Zeitgenössische Filmaufnahmen aus der Martin-Luther-Schule Plettenberg
DVD, Film ca. 30 Minuten, schwarz/weiß, mit Begleitheft
14,90 EUR (zzgl. 2,60 EUR Versandkosten) bzw. 45,00 EUR (mit dem Recht zum nichtgewerblichen Verleih und zur öffentlichen Vorführung)
Bezug: LWL-Medienzentrum für Westfalen, Fürstenbergstr. 14, 48133 Münster, medienzentrum@lwl.org, Fax: 0251 591-3982 und Stadtarchiv Plettenberg, Bahnhofstr. 103, Plettenberg

Quelle: LWL, Pressemitteilung, 5.6.2007

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2.6.07

Neue Standortbestimmung des Landeskirchlichen Archivs Kassel

Drei Jahre nach Erscheinen der Informationsbroschüre „Im Anfang war der Archivkarton - Zehn Jahre Landeskirchliches Archiv Kassel“ anlässlich des zehnten Geburtstags des Archivs hat sich so viel verändert, dass eine erneute Standortbestimmung sinnvoll und notwendig erschien.

Das Aufgabenspektrum des Landeskirchlichen Archivs, 1998 definiert im Archivgesetz der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, hat sich im wissenschaftlichen Bereich erheblich erweitert. Mehrere Digitalisierungsprojekte, zum Teil Pilotprojekte im Rahmen von Friendraising, dem „Ausbau ehrenamtlicher Mitarbeit“, konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Neue Herausforderungen wie etwa das geplante Internetportal für Kirchenbücher sind nun im Blickfeld.

Das Landeskirchliche Archiv hat sich in der Region zunehmend zu einer Agentur für Kirchengeschichte entwickelt.

Die fachliche Zusammenarbeit der Archive auf kirchlicher und nationaler Ebene hat auch für das Landeskirchliche Archiv an Bedeutung gewonnen. Im Zeitalter von Digitalisierung und Internet, von immer schneller werdender Vernetzung, gilt es, den Anschluss nicht zu verpassen und die Federführung im Alltagsgeschäft zu bewahren.

Das Landeskirchliche Archiv ist verlässlicher Dienstleister für Kirchenverwaltung, Forschung und Öffentlichkeit wie auch Partner in nationalen Netzwerken. Damit das wachsende Aufgabenspektrum auch zukünftig professionell und kompetent geschultert werden kann, ist es notwendig, die personellen Ressourcen ihrem Tätigkeitsfeld entsprechend zu dotieren. Nur so bleiben „Innovationen möglich“, kann „ehrenamtliche Mitarbeit“ ausgebaut, „Professionalität“ gewährleistet und „Handlungsfähigkeit“ gesichert werden. Nur so bleibt „kirchliches Handeln effizient und effektiv“, wie es die Landessynode im Herbst 2006 im Abschlußbericht zum Reformprozess der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beschlossen hat.


Info:
Bettina Wischhöfer, Das Landeskirchliche Archiv Kassel – Dienstleister für Forschung, Öffentlichkeit und Kirchenverwaltung (Schriften und Medien des Landeskirchlichen Archivs Kassel 22), Kassel 2007, 36 Seiten, ISBN: 978-3-939017-03-5, Preis: 3,- Euro

Zu beziehen über:
Landeskirchliches Archiv Kassel
Lessingstraße 15 A
34119 Kassel
archiv@ekkw.de

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29.5.07

500 Jahre Protestanten im Rheinland

Kein Thema ist heute so aktuell wie der Dialog zwischen den Religionen. Diese Gespräche setzen die Kenntnis der eigenen Identität und Geschichte voraus. Pünktlich zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln erscheint nun das Standardwerk zu 500 Jahren Protestanten im Rheinland.
Der bekannte Kölner Autor Klaus Schmidt erzählt zum ersten Mal die farbige und bewegende Geschichte der Protestanten im Rheinland von den Anfängen bis in die jüngste Gegenwart. Sein Blick wendet sich dabei nicht in erster Linie auf Institutionen, sondern auf die Menschen. So finden sich in dem Werk zahlreiche Portraits evangelischer Rheinländerinnen und Rheinländer vom Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch über die Theologin Dorothee Sölle, Bundespräsident Gustav Heinemann, den Gründer des Diakoniewerks Kaiserswerth Theodor Fliedner und den Liederdichter Joachim Neander („Lobe den Herrn“) bis zum Kölner 'Jahrhundertgenie', der Wissenschaftlerin Anna Maria Schürmann (1607-1678).

Die zahlreichen Lebensgeschichten zeigen die Vielfalt des protestantischen Lebens im katholisch dominierten Rheinland. Beim Lesen wird überraschend deutlich, wie stark der Einfluss von bekannten und unbekannten Protestanten im Rheinland auf Wirtschaft, Kultur, Politik, Wissenschaft, Medizin, Sozialarbeit und alle weiteren Gesellschaftsbereiche war. Beispielhaft dafür steht der couragierte Jurist Gustav Heinemann, der vom christlichen Widerstand gegen das NS-Regime zum friedenspolitisch aktiven Minister und Bundespräsidenten wurde.


Immer wieder rückt die Suche nach Gerechtigkeit und Frieden in den Mittelpunkt der Darstellung, ohne zu vernachlässigen, dass sich auch die evangelische Kirche seit Luthers Zeiten an der Unterdrückung und Ausgrenzung von Menschen mit abweichenden Positionen beteiligt hat.

Der umfangreiche Band erzählt vom Leben und den Konflikten der 'großen' und der 'kleinen Leute' und den Stärken und Schwächen der Kirche. Damit bietet er der evangelischen Kirche ebenso wie den Menschen im Rheinland anregendes Material zur Selbstvergewisserung und Positionsbestimmung: insgesamt also ein anregendes Lesebuch und eine farbige Sammlung unterschiedlichster Lebensgeschichten.

Der Autor:
Klaus Schmidt, geboren 1935, ist Theologe und Historiker und bekannt durch Sachbücher und historische Biographien u. a. über Franz Raveaux, Andreas Gottschalk und Franz Vonessen und das mit Günther van Norden herausgegebene Buch „Sie schwammen gegen den Strom“ über die Evangelische Kirche im Rheinland während der NS-Diktatur (alle im Greven Verlag Köln).


Info:
Klaus Schmidt:Glaube, Macht und Freiheitskämpfe. 500 Jahre Protestanten im Rheinland
416 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag
Greven Verlag, Köln 2007
19,90 Euro, ISBN 978-3-7743-0385-0

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Neue Auflagen der Bottroper »Geschichtsstunden«

Die vom Stadtarchiv Bottrop herausgegebenen Hefte zu verschiedenen Themen der Bottroper Stadtgeschichte, die unter dem Titel „Geschichtsstunde“ erscheinen, erfreuen sich großer Beliebtheit. Nun sind zwei der eine Zeitlang vergriffenen Publikationen neu aufgelegt worden. Ab sofort sind die Hefte „Kohle, Öl und Chemie. Das ehemalige ‚Hülsgelände‘ in Bottrop-Boy im Wandel der Zeit“ und „Der Wandel vom Dorf zur Stadt. Baurat Albert Lange legt die baulichen Grundlagen für ein städtisches Bottrop“ (beide von Wilfried Krix verfasst) wieder im Stadtarchiv Bottrop zum Preis von je 2,50 Euro erhältlich.

Kontakt:
Stadtarchiv Bottrop
Blumenstraße 12-14
46215 Bottrop
Tel.: 02041 / 70 - 3754
Fax: 02041 / 70 - 3833
stadtarchiv@bottrop.de

Quelle: Pressemeldung Stadt Bottrop, 25.5.2007

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22.5.07

Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden

Das in zwei Bänden erschienene "Biografische Gedenkbuch der Münchner Juden 1933–1945" enthält Kurzbiografien von 4 596 Menschen jüdischen Glaubens. Nachdem der erste Band bereits 2003 erschienen ist, konnte jetzt mit dem zweiten Band, der auch ein umfangreiches Glossar sowie ein Literatur- und Quellenverzeichnis enthält, das seit Anfang der 1990er Jahre im Stadtarchiv München begonnene Projekt zur biografischen Erfassung der jüdischen Opfer abgeschlossen werden. Ziel war es, den Lebensläufen und Schicksalen der unzähligen namenlosen Opfer des Nazi-Terrors in München nachzuspüren und sie publik zu machen. In mühsamer Kleinarbeit wurden viele Einzelinformationen wie z.B. Herkunft, familiäre Verbindungen, sozialer Hintergrund, schulischer und beruflicher Werdegang zusammengetragen. Zusätzlich dazu wird aber auch ausführlich auf ihre Verfolgung durch die Nationalsozialisten und die Schikanen, die sie erleiden mussten, eingegangen. Dazu zählen vor allem Ausgrenzung und Enteignung, erschwerte und gescheiterte Emigrationsbemühungen sowie schließlich ihre Deportation und Ermordung. In das Gedenkbuch aufgenommen wurden aber auch alle jüdischen Bürger, die zwischen 1933 und 1945 Selbstmord begingen oder auch eines natürlichen Todes starben, weil ihre Lebens- und Todesumstände von einem existentiellen Leidensdruck begleitet waren. Denn diese Menschen hatten bereits vor ihrem physischen Tod durch das Auseinanderbrechen von Familien, durch Emigration und Flucht, dem Entzug der wirtschaftlichen Grundlage, der Vertreibung aus der eigenen Wohnung sowie der damit verbundenen psychischen und physischen Belastungen jede Hoffnung auf ein lebenswertes Dasein verloren. Mit den beiden Bänden des Biographischen Gedenkbuchs setzt die Stadt München den nach 1933 ermordeten oder in den Suizid getriebenen Menschen ein unübersehbares Denkmal. Das Gedenkbuch ist ein Erinnerungszeichen, das für das kollektive Gedächtnis der Stadtgesellschaft von zentraler Bedeutung ist. Die Biographien der Opfer bilden den eindringlichen Text dieses "Denkmals".

Info:
Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945. Hg. v.d. Stadt München. Band 1 (A-L): 871 Seiten. Band 2 (M-Z): 903 Seiten. ISBN 3-00-012626-0 und ISBN 978-3-8306-7280-7. Preis: 49 Euro bzw. 54 Euro. Beide Bände zusammen: 99 Euro im eos Klosterverlag, St. Ottilien

Kontakt:
Stadtarchiv München
Dr. Andreas Heusler
Winzererstr. 68
80797 München
Tel.: 089 / 233 - 30815
Fax: 089 / 233 - 30830
andreas.heusler@muenchen.de

Quelle: Münchner Wochenanzeiger, 16.5.2007; Aktuelles Stadtarchiv München

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6.5.07

Bibliographie zur deutschen historischen Städteforschung

Teil 2 der Bibliographie zur deutschen historischen Städteforschung liegt jetzt als Online-Publikation (www.uni-muenster.de/Staedtegeschichte) vor. Der Band wurde in 11 einzelne PDF-Dateien zerlegt, um die Dateigröße nicht zu groß werden zu lassen und um den Zugriff auf einzelne Landschaften zu ermöglichen.

Auch der Index zu Teil 1 und Teil 2 wird (in einer einzigen PDF-Datei) online angeboten.

Link: Bibliographie zur deutschen historischen Städteforschung

Kontakt:
Institut für vergleichende Städtegeschichte - IStG - gGmbH
Königsstr. 46
48143 Münster
Tel.: +49/(0) 251 - 83 275 12
Fax: +49/(0) 251 - 83 275 35
istg@uni-muenster.de
www.uni-muenster.de/Staedtegeschichte

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4.5.07

Wertvolle Arbeiten zur Wiesbadener Stadtgeschichte neu herausgegeben

Der Wiebadener Stadthistoriker Bernd-Michael Neese hat jetzt wichtige und interessante Aufsätze zur Wiesbadener Stadtgeschichte neu herausgegeben, die in den Jahren 1880 bis 1915 verfasst und in Tages- und Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Autoren dieser im Stadtarchiv Wiesbaden aufbewahrten Originalschriften sind der erste Leiter des Wiesbadener Stadtarchivs, Christian Spielmann (1861–1917), der sich auch als Historiker und Schriftsteller betätigte sowie der Archiv-Sekretär Theodor Schüler (1847–1940), der über vierzig Jahre lang im Königlich Preußischen Staatsarchiv Wiesbaden tätig war und ein umfangreiches wissenschaftliches Werk hinterließ. Da aus konservatorischen Gründen diese Aufsatzsammlungen nur als relativ schlechte Verfilmung zur Verfügung stehen, entschloss sich Bernd-Michael Neese aus den Originalunterlagen jeweils 91 bzw. 92 Aufsätze auszuwählen, die sich mit dem Dreißigjährigen Krieg, der Zeit Napoleons, innerstädtischen Konflikten, Verfassung und Finanzwesen, dem Bauwesen, dem Handwerk, den Zünften, dem Gewerbe, den Bewohnern Wiesbadens, dem Kur- und Badewesen sowie den wichtigsten Ausflugszielen beschäftigen. In völlig unveränderter Form werden sie nun im Thorsten-Reiß-Verlag Wiesbaden neu herausgegeben, damit sie allen an der Wiesbadener Stadtgeschichte interessierten Forschern jederzeit als wichtige Grundlage für ihre Arbeiten dienen können.

Kontakt:
Stadtarchiv Wiesbaden
Im Rad 20
65197 Wiesbaden
Tel.: 0611 / 31 - 3329, 31 - 3747, 31 - 5429
Fax: 0611 / 31 - 3977
stadtarchiv@wiesbaden.de

Quelle: Wiesbadener Kurier, 1.5.2007; Neuerscheinungen Thorsten-Reiss-Verlag.

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