29.7.07

35 Jahre Eingemeindung in Marktoberdorf

Bei der Landkreisreform von 1972 sind die sechs bis dahin selbständigen Gemeinden Bertoldshofen, Geisenried, Leuterschach, Rieder, Sulzschneid und Thalhofen a. d. Wertach der Stadt Marktoberdorf (Landkreis Ostallgäu) eingegliedert worden. Die Gemeindeakten dieser heutigen Ortsteile wurden dem Stadtarchiv Marktoberdorf übergeben. Sie sind in den letzten Jahren von der Stadtarchivarin Ursula Thamm gesichtet, geordnet und verzeichnet worden. Für die Archivarin sind Archive Orte der Erinnerung, in der die Geschichte lebendig bleibt, und somit eine Identifikation mit der Heimat auch für nachfolgende Generationen ermöglicht wird. Um die Beschäftigung mit der Vergangenheit zu erleichtern, wurden zahlreiche Akten in die heute übliche Schreibweise übertragen. In einer anschaulichen und informativen Ausstellung, die unter ganz besonderen Gesichtspunkten von Ursula Thamm zusammengestellt wurde, präsentiert das Stadtarchiv Marktoberdorf diese Bestände der eingemeindeten Ortsteile nun erstmals der Öffentlichkeit, damit jeder sehen kann, was mit den Gemeindeakten nach der Eingliederung geschehen ist. Für jeden Ortsteil wurden schwerpunktmäßig zwei Sachgebiete, je nach Attraktivität des vorhandenen Archivgutes, ausgearbeitet, so dass die Besucher in jeder Abteilung unterschiedliche Themen erwarten. Anhand authentischer Dokumente kann somit das Leben vom 16. bis zum 20. Jahrhundert nachvollzogen werden. Aus den Unterlagen von Geisenried erfährt man z.B. etwas über einen jahrzehntelangen Streit zwischen der Gemeinde Hattenhofen und dem Pfarrer von Geisenried, dem sog. "Fall Angerer" sowie über die örtliche Schulgeschichte. Das älteste Schriftstück aus dem Jahre 1551 stammt aus der Gemeinde Sulzschneid, aus der sich auch die meisten historischen Akten erhalten haben. Dazu gehört auch ein Weide- und Triebsbrief vom Jahr 1670. Anhand der Akten aus den Jahren 1922 bis 1934 lässt sich auch erkennen, dass zu dieser Zeit beinahe alle wichtigen Handwerksberufe vor Ort vertreten waren. Die Gemeinde Leutersbach wird in Verbindung mit ihrem Feuerwehrwesen präsentiert und die Gemeinde Rieder durch Unterlagen, die die Entstehung des Gemeinwesens belegen. Für Thalhofen war es von großer Bedeutung, dass es gelang, die Wertach zu zähmen und zu nutzen. Anhand von Dokumenten aus Bertoldshofen wird schließlich die Entwicklung bis zur modernen Wasserversorgung aufgezeigt. Die Ausstellungseröffnung fand am 29. Juli 2007 im Künstlerhaus Marktoberdorf statt. Dort ist die Ausstellung auch bis zum 16. September 2007 zu besichtigen.

Kontakt:
Stadtarchiv Marktoberdorf
Jahnstr. 1
87616 Marktoberdorf
Tel.: 08342 / 4008 - 81
Fax: 08342 / 4008 - 65
r.u.thamm@web.de

Quelle: Kalender Marktoberdorf; all-in.de, 28.7.2007; Künstlerhaus Marktoberdorf Aktuell

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25.7.07

Siegelstempel des Wormser Bischofs im Besitz des Stadtarchivs Worms

Der inzwischen 90-jährige Hans Dlugosch hat in den letzten Jahrzehnten intensiv die Geschichte seines Heimatortes Rheindürkheim, der 1969 nach Worms eingemeindet wurde, erforscht. Die im Stadtarchiv Worms bereits vorhandene reiche Aktenüberlieferung zu Rheindürkheim wurde kürzlich noch durch ein äußerst wichtiges Stück ergänzt. Hans Dlugosch übergab nämlich Archivleiter Dr. Gerold Bönnen das Original eines Siegelstempels des hochfürstlichen Gerichts in "Rhein Türckheim" aus dem Jahr 1780. Der metallene Siegelstempel, der einen Durchmesser von 3,6 Zentimetern besitzt, war das örtliche Hoheitszeichen des Wormser Bischofs, der bis zum Jahre 1798 auch Gerichtsherr in Rheindürkheim war. Zusätzlich erhielt das Stadtarchiv auch noch die gut dokumentierte Geschichte des Stempels seit seiner Ausgrabung in Rheindürkheim in den 1960er Jahren.

Kontakt:
Stadtarchiv Worms
Raschi-Haus
Hintere Judengasse 6
67547 Worms
Tel.: 0 62 41 / 8 53 - 47 00 (bis - 47 07)
Fax: 0 62 41 / 8 53 - 4710
stadtarchiv@worms.de

Quelle: Wormser Zeitung, 19.7.2007

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21.7.07

Berliner Siedlungen der 1920er Jahre

Die Ausstellung "Berliner Siedlungen der 1920er Jahre" wurde am 24. Juli 2007 eröffnet und ist bis zum 8. Oktober 2007 im Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung zu besichtigen. Sie entstand in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Berlin und wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie der GEHAG Gruppe gefördert. Die Deutsche UNESCO-Kommission e.V. hat die Schirmherrschaft übernommen. Berlin zeichnet sich durch einen reichen Bestand an Wohnanlagen der Weimarer Republik aus, die nicht nur stilprägende Werke der modernen Architektur, sondern auch Zeugen der sozialen Aufbruchsstimmung der 20er Jahre sind. Sechs dieser Siedlungen sind Kandidaten für die Welterbeliste der UNESCO: Gartenstadt Falkenberg, Siedlung Schillerpark, Hufeisensiedlung Britz, Wohnstadt Carl Legien, Siemensstadt und Weiße Stadt. Ihre Architekten gehören zu den wichtigsten Akteuren des Neuen Bauens: Otto Bartning, Fred Forbat, Walter Gropius, Hugo Häring, Paul Rudolf Henning, Otto Rudolf Salvisberg, Hans Scharoun, Bruno Taut und Martin Wagner oder Ludwig Lesser sowie Lebrecht Migge für die Gartenanlagen.

Über ein neu eingeführtes Mietsteuergesetz initiierte die Weimarer Republik ein in Europa einzigartiges Wohnungsbauprogramm, das das Versprechen der demokratischen Verfassung einlösen sollte, "jedem Deutschen eine menschenwürdige Wohnung" als Grundrecht zu garantieren. Bevorzugt auf preisgünstigem Land an der Peripherie der Städte, jedoch in erreichbarer Nähe zu öffentlichen Nahverkehrsmitteln, entstanden Siedlungskomplexe unterschiedlich großen Zuschnitts. Bauherren waren überwiegend gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften. Farbkonzepte, neue Gestaltungsformen, Kombinationen von niedrigen Reihenhäusern und höheren Geschosswohnungsbauten, großzügige Grünanlagen, optimale Besonnung sind wichtige Kennzeichen einer architektonischen Vielfalt und geglückter Wohnungspolitik. Seit den 19 70er Jahren werden in Berlin Beispiele dieses Reformwohnungsbaus nach vorbildlichen denkmalpflegerischen Konzepten instandgesetzt. Mit dem 2006 eingereichten Antrag der Bundesrepublik für die Aufnahme der sechs Siedlungen in die Liste des UNESCO Welterbes macht Berlin einen weiteren Schritt, um seinem architektonisch einmaligen Erbe einen Platz im Kulturgut der Menschheit zu sichern.

Zur Ausstellung erschien die deutsch-englische Dokumentation: Siedlungen der Berliner Moderne. Nominierung für die Welterbeliste der UNESCO, hg. vom Landesdenkmalamt Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, 272 Seiten, ca. 200 z. T. farbige Abbildungen, € 29,80. Außerdem: Siedlungen der Berliner Moderne, hg. von Jörg Haspel und Annemarie Jaeggi, ca. 96 Seiten mit ca. 40 meist farbigen Abbildungen € 7.-/ an der Museumskasse € 5.-

Kontakt:
Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung
Klingelhöferstraße 14
10785 Berlin
Tel.: 0 30 / 25 40 02 0
Fax: 0 30 / 25 40 02 10
bauhaus@bauhaus.de

Quelle: Pressemeldung Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung; Ausstellungen Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung

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20.7.07

Tübingen in alten Postkarten

Eine Sonderausstellung von Stadtarchiv und Stadtmuseum Tübingen ist vom 14. Juli – 7. Oktober 2007 im Stadtmuseum zu besichtigen. Die Ausstellung "Tübingen - Eine Universitätsstadt in alten Postkarten", in der zu verschiedenen Stadtteilen Tübingens mehrere Ansichten zu sehen sein werden, steht im Rahmen des Projektes " .... und grüßen Sie mir die Welt! Fotografierte Heimaten" der KulturRegion Stuttgart. Mit dem Briefzitat von Heinrich Heine "... und grüßen Sie mir die Welt / fotografierte Heimaten" ist das Fotoprojekt der KulturRegion Stuttgart, vom 24. Juni bis 23. September 2007, überschrieben. Es wird maßgeblich gefördert vom Verband Region Stuttgart und der Stiftung der Landesbank Baden-Württemberg. Das Thema - Heimat und Identität, Positionen zeitgenössischer Fotografie - wird dabei von 18 Mitgliedsstädten der KulturRegion und ihren Kooperationspartnern anhand unterschiedlicher Schwerpunkte untersucht. Folgende Städte sind an dem Projekt beteiligt: Backnang / Beuren / Böblingen / Dettenhausen / Ditzingen / Esslingen am Neckar / Fellbach / Filderstadt / Gerlingen / Kirchheim unter Teck / Leinfelden-Echterdingen / Leonberg / Ludwigsburg / Ostfildern / Sindelfingen / Stuttgart / Tübingen / Waiblingen.

Die Werke der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler werden in Form von Ausstellungen und partizipatorischen Projekten das thematisch breite Spektrum auffächern. „Wir werden dem Publikum damit vielfältige Diskussionspunkte anbieten“, verspricht Projektleiterin Wiebke Trunk. „Thema und Technik des Projektes behandeln grundsätzliche Anliegen unseres interkommunalen Zusammenschlusses“, erläutert Dr. Jürgen Zieger. Denn nach Auffassung des Esslinger Oberbürgermeisters, der zugleich 1. Vorsitzender der KulturRegion Stuttgart ist, besteht eine der zentralen Aufgaben des Vereins darin, durch die jährlichen Kulturprojekte Bewohnerinnen und Bewohner der Region Stuttgart zu einer Diskussion der Frage einzuladen, wie heute ein kritisch aufgeschlossener Umgang mit den Begriffen Heimat und Identität möglich ist.

Dem Projekt, das von der Kuratorin Wiebke Trunk gemeinsam mit der Geschäftsführerin der KulturRegion Stuttgart, Karin Hanika, und den Mitgliedsstädten erarbeitet wurde, liegt der Gedanke zugrunde, dass die Fotografie als populäres Mittel der Bildfindung verknüpft ist mit dem gesellschaftspolitisch brisanten Thema Heimat und Identität. Er rekuriert auf einen aktuellen kunsttheoretischen Diskurs, der die Verzahnung von ästhetischer Forschung und Alltag bedenkt. „Um der Umsetzung dieser Verbindung auch tatsächlich gerecht zu werden“, hebt die Geschäftsführerin hervor, „gehen wir von einer offenen Publikumspolitik aus, die alle Schichten der Bevölkerung ansprechen möchte.“ Die geplante Kunstvermittlung wird deshalb über das übliche Führungsangebot hinausgehen und spezifische Programme für alle Besuchergruppen entwickeln. Zur frühzeitigen Information der Schulen in der Region Stuttgart wurden bereits im Dezember 2006 entsprechende Flyer flächendeckend versandt.

Der Aspekt der Vermittlung ist auch für die Kuratorin besonders wichtig, denn gerade das Medium Fotografie bietet aus ihrer Sicht gute Zugangsmöglichkeiten. Es kommt heute in der alltäglichen Kommunikation sehr selbstverständlich zum Einsatz. „Man könnte auch sagen“, so Wiebke Trunk, „dass alle damit Erfahrung haben. Diese soll genutzt werden, um die Beschäftigung mit den künstlerischen Werken, ihrer Technik und den aufgenommenen Aspekten zu erleichtern. Fotografierte Heimaten, das meint nicht das bloße Ablichten der örtlich vertrauten Umgebung. Fotografierte Heimaten kann man auch und gerade entdecken zum Beispiel in spezifischen Darstellungen von Migration, Krieg, Flucht und Fremde, von Historie und Architektur, auf Reise-Bildern. Fotografierte Heimaten zeigen sich auf Bildern von Grenzen und Territorien, von Heimweh, von Sprache und geistiger Heimat, von Landschaften oder auch auf Grußpostkarten.“

Als Background dieser Auseinandersetzung soll in einem Begleitbuch die Frage nach der visuellen Kultur des Heimatbegriffs analysiert werden. Es befasst sich mit der Problematik bildlicher Konstruktion von Wirklichkeit angesichts einer fortschreitend globalisierten Welt. Fachlich ausgewiesene Autorinnen und Autoren werden dies in der Publikation reflektieren. Das Projekt der KulturRegion Stuttgart spannt somit einen Bogen vom Ausgangspunkt des Nachdenkens über Heimat und Identität zu Visualisierungen in Form zeitgenössischer Fotografie bis hin zu einer offenen Publikumspolitik und der abrundenden theoretischen Verortung. Die Eröffnungsveranstaltung des Fotoprojektes der KulturRegion Stuttgart fand bereits am 24.06.2007 im Freilichtmuseum Beuren statt

Die Ausstellung im Stadtmuseum Tübingen zeigt 200 Postkarten aus der Sammlung des Tübingers Willi Hartmaier. Nach dessen Tod im Jahre 2005 gelangten annähernd 10 000 Postkarten, die er im Laufe der Jahre gesammelt hatte, in den Besitz des Stadtarchivs Tübingen, wo sie gesichtet, bearbeitet und ausgewertet wurden. Zu der Sammlung gehören nicht nur Postkarten, sondern auch Panoramakarten und Leporellos, die immer wieder Tübingen in den unterschiedlichsten Ansichten wiedergeben. Auf diese Weise lässt sich jede Veränderung im Erscheinungsbild Tübingens während der letzten Jahrzehnte belegen. Für die Ausstellung suchten Udo Rauch und Antje Zacharias vom Stadtarchiv Tübingen und der Kulturwissenschaftler Ulrich Hägele von der Uni Tübingen nicht nur die entsprechenden Postkarten aus, sondern verfassten auch Texte für den Katalog zur Ausstellung. Die Postkartenausstellung ist in die stadthistorische Dauerausstellung integriert.

An dem Projekt beteiligt sind auch Tübinger Schüler und Schülerinnen. Jeweils eine Arbeitsgruppe von neun Kindern der Geschwister-Scholl-Hauptschule und des Mädchentreffs Tübingen hat sich von den historischen Postkarten inspirieren lassen, ihren heutigen Blick auf die Stadt in modernen Ansichtskarten festzuhalten. Die Ergebnisse liegen in gedruckten Karten vor, die beim Bürger- und Verkehrsverein und im Stadtmuseum kostenlos erhältlich sind. Die neuen Ansichtskarten sind darüber hinaus mit einem Gewinnspiel verbunden. Jeder Empfänger einer solchen Karte, der eine Ansichtskarte seiner Heimatstadt bis zum 1. Oktober 2007 an das Stadtmuseum Tübingen sendet, nimmt an einer Gewinnverlosung teil.

Kontakt:
Stadtarchiv Tübingen
Am Markt 1
72070 Tübingen
Tel.: 07071 / 204 - 1305 oder - 1706
Fax: 07071 / 204 - 1446
archiv@tuebingen.de

Stadtmuseum im Kornhaus
Kornhausstraße 10
72070 Tübingen
Tel.: 0 70 71 / 204 - 17 11
Fax: 0 70 71 / 204 - 17 97
stadtmuseum@tuebingen.de

Quelle: Ausstellungen Stadtmuseum Tübingen; Aktuelle Projekte KulturRegion Stuttgart, 17.6.2007; Sarah Hantschke, Reutlinger Generalanzeiger, 17.7.2007

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19.7.07

Ausstellung über urbane Strukturen im Stadtarchiv Braunschweig

Die erste Ausstellung im rekonstruierten Residenzschloss in Braunschweig ist seit dem 14. Juli 2007 geöffnet. Sie trägt den Titel „Urbane Strukturen – Gerd Winner 2007“ und ist im Stadtarchiv zu besichtigen. Die Sammlung, die 2006 mit großer Resonanz im Automobil Forum Volkswagen AG Berlin, Unter den Linden, gezeigt wurde, präsentiert Stadtstudien aus Berlin und New York. Hier in Braunschweig stellt Winner zusätzlich Braunschweiger Motive vor, geschaffen zwischen 1997 und heute: künstlerische Serien zum Dom und zum Ort der Ausstellung, der wieder aufgebauten herzoglichen Residenz. „Für Braunschweig ist es eine besondere Freude und Ehre, dass Gerd Winner, ein Künstler mit großem internationalem Renommee, die Ausstellungspremiere im wiedererrichteten Schloss seiner Heimatstadt gestaltet“, sagt Kulturdezernent Wolfgang Laczny. „Die Faszination Stadt lässt Gerd Winner bis heute nicht los. In immer neuen Blickwinkeln, mit immer neuen Techniken nähert er sich dem Stadtraum als Kunstwerk.“ In seinen Arbeiten legt Winner den Wandel städtischer Strukturen gleichsam in mehreren Schichten offen. In Berlin schuf er über den Zeitraum von über 30 Jahren gleich vier große Suiten zum Stadtraum, zum Reichstag und zum Brandenburger Tor, die hier in der Ausstellung im Schloss präsentiert werden. Weitere Orte seiner Arbeit sind London, Tokyo und vor allem New York. Die amerikanische Metropole ist in dieser Ausstellung mit Serien zum Times Square oder zur 7th Avenue vertreten, erläutert Laczny.

Auch Braunschweig, wo Winner 1936 geboren wurde und seine Schulzeit verbrachte, diente ihm oft als Anregung, mehr noch: „Alle meine Bilder meinen eigentlich auch Braunschweig“, stellte Winner einmal selbst fest. Hier erhielt er seinen ersten Kunstunterricht bei Gottlieb Mordmüller, der ihn schließlich zum Studium an der Berliner Kunstakademie ermunterte. Am Beispiel Braunschweig erlebte Winner aber auch die Zerstörung einer Stadt, für ihn das einschneidende Erlebnis: „Die apokalyptische Zerstörung der Städte im 2. Weltkrieg war für meine Generation eine prägende Erfahrung, die tiefe Narben in der Seele hinterlassen hat. In der Erinnerung überlagern sich Bilder der Zerstörung und der Erneuerung der Stadträume.“ Städte waren immer einem Wandel unterzogen. Gerade Braunschweig ist ein gutes Beispiel dafür. Von der Residenzstadt Heinrichs des Löwen entwickelte sich Braunschweig zu einer selbstbewussten Hansestadt, welche die herzogliche Präsenz zurückdrängte und ihre eigene Macht in prachtvollen Gebäuden demonstrierte, wie sie sich bis heute am Altstadtmarkt befinden. Als Braunschweig zum Ende des 17. Jahrhunderts wieder Residenzstadt des Herzogtums wurde, erfolgte erneut ein groß angelegter städtebaulicher Wandel. Die gravierendsten Veränderungen brachte schließlich das 20. Jahrhundert. Zunächst entwickelte sich die Stadt allmählich zur Industriestadt, ohne dabei ihren Charakter als mittelalterliche Fachwerkstadt einzubüßen; diese ging erst im Bombenhagel am 14. und 15. Oktober 1944 zugrunde. Der Wiederaufbau nach dem Ende des Krieges zeigte den Verlust auf schmerzliche Weise. Dennoch war es gelungen, mit dem Konzept der „Traditionsinseln“ den Charakter der alten Stadt zumindest erfahrbar zu machen – bis heute. Städte unterliegen einem stetigen Veränderungsprozess. Die Arbeiten Gerd Winners verfolgen diesen Wandel äußerst aufmerksam. Für Winner ist die Stadt Braunschweig immer wieder Bezugspunkt seiner Arbeit gewesen. Zur Ausstellung ist ein großformatiger, farbig bebildeter Katalog erschienen, der für die Braunschweiger Ausstellungsstation aktualisiert und ergänzt worden ist. Er wird während der Ausstellung zum Subskriptionspreis von 39 Euro angeboten. Die Ausstellung im Stadtarchiv Braunschweig dauert vom 14. Juli bis 29. September 2007.

Kontakt:
Stadtarchiv Braunschweig
Schlossplatz 1
38100 Braunschweig
Tel.: 0531 / 470 - 4719 oder - 4711
Fax: 0531 / 470 - 4725
stadtarchiv@braunschweig.de

Quelle: Pressemeldung Stadt Braunschweig, 13.7.2007

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10.7.07

Coburg 1907: Leben in der Residenzstadt vor hundert Jahren

Im Reigen der Gedenk- und Jubiläumsjahre ist das Jahr 1907 gerade nicht zu finden. Warum dann eine Ausstellung? Es geht um die Darstellung eines "normalen" Jahres im Leben der Residenzstadt Coburg. Der Idylle der in einem Reiseführer von 1907 dargestellten "malerisch an beiden Seiten der Itz" gelegenen Stadt mit ihrer "liebevolle[n] Erhaltung des mittelalterlichen Gepräges" wird die mitunter bedrückende wirtschaftliche Situation mit Firmenkonkursen und steigenden Lebenshaltungskosten gegenüber gestellt. In Coburg erfolgte zu dieser Zeit der Ausbau der Infrastruktur mit der Eröffnung des Ernst-Alexandrinen-Volksbades und des Krematoriums sowie dem Beginn der Kanalisation. Repräsentative lokale Ereignisse wie der mit Militärparade und Zapfenstreich begangene Geburtstag Herzog Carl Eduards sowie das 100-jährige Jubiläum des hier stationierten Infanterieregiments waren Höhepunkte des gesellschaftlichen Lebens. Zugleich verständigten sich auf internationaler Ebene die Ententemächte England und Frankreich mit Rußland auf die Triple-Allianz. Danach wurde in der deutschen Politik die Furcht vor der Einkreisung stärker und der weiteren Militarisierung der Politik Vorschub geleistet. Pazifistische Stimmen wie jene der Coburgerin Anna B. Eckstein (1868-1947) auf der 2. Friedenskonferenz in Den Haag 1907 vermochten sich letztlich mit dem Ruf nach Abrüstung und friedlicher Konfliktregelung nicht durchzusetzen. Ziel dieser Ausstellung ist es, am Beispiel eines Jahres den Blick auf die lokalen Coburger Verhältnisse vor dem Hintergrund einer sich verschäfenden politischen Großwetterlage und der Eigendynamik dieses Jahres zu richten.

Die Ausstellung findet vom 28.06. bis 28.09.2007 im Staatsarchiv Coburg (Herrngasse 11) statt.Sie ist von Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 16.00 Uhr, am Freitag von 8.00 bis 13.30 Uhr geöffnet.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog:Habel, Hubertus: Coburg 1907: Leben in der Residenzstadt vor hundert Jahren. Coburg 2007 (=Coburger Stadtgeschichte. Bd. 7), 64 S. mit zahlr. Abb. ISBN 978-3-9808006-8-3Preis (in der Ausstellung): 7,80 €

Kontakt:
Staatsarchiv Coburg
Herrngasse 11
D-96450 Coburg
Tel. +49 (0)9561 42707-11
Fax +49 (0)9561 42707-20
horst.gehringer@staco.bayern.de
www.gda.bayern.de

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8.7.07

125 Jahre Bad Hamm - Eine Zeitreise durch die Badegeschichte der Stadt

Das Stadtarchiv Hamm und die stadt- und regionalgeschichtliche Abteilung des Gustav-Lübcke-Museums eröffneten am 8. Juli 2007 eine Ausstellung zur Geschichte von Bad Hamm. Kuratorinnen der chronologisch aufgebauten Ausstellung "125 Jahre Bad Hamm", die einen guten Einblick in die wechselvolle Geschichte der Badetradition in Hamm gewährt, sind Dr. Maria Perrefort von der stadt- und regionalgeschichtlichen Abteilung des Gustav-Lübcke-Museums und Ute Knopp vom Stadtarchiv Hamm. Bei Kohlebohrungen war man durch Zufall auf Solequellen gestoßen und erkannte schnell, dass sich hiermit viel Geld verdienen ließe. Am 21. April 1882 wurde von Politikern und Bürgern die Aktiengesellschaft Bad Hamm gegründet. Unter ihrer Regie entstanden das Badehaus an der Ostenallee, das Logierhaus und die Soleleitung von Werries nach Unna-Königsborn. Am 15. Juli 1882 konnte das Bad den Betrieb aufnehmen und lockte über Jahrzehnte zahlreiche Kurgäste aus der Ferne und aus dem näheren Umkreis an. Der Aufschwung in Bad Hamm durch den Badebetrieb hielt bis zum Ersten Weltkrieg an. 1923 löste sich dann die Aktiengesellschaft auf, und die Stadt Hamm übernahm die Trägerschaft des Bads. Während der nationalsozialistischen Zeit und auch in den 1950er-Jahren fand Bad Hamm lebhaften Zuspruch. Oftmals wurden die Badeanlagen in Ermangelung eigener Badezimmer auch zur gründlichen Reinigung benutzt, so dass die Stadt dafür extra einen Teil der vorhandenen Wannen zur Verfügung stellte. Das Ende für Hamm als offizieller Kurbadeort kam Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts. 1960 brach die Stadt dann die Badeanlagen ab: eine beeindruckende Epoche ging zu Ende. Die Ausstellung kann noch bis zum 23. September 2007 im Gustav-Lübcke-Museums besichtigt werden.

Kontakt:
Gustav-Lübcke-Museum
Neue Bahnhofstraße 9
59065 Hamm
Tel.: 02381 / 17-5701
Fax: 02381/17-2989
Gustav-Luebcke-Museum@stadt.hamm.de

Stadtarchiv Hamm
im Technischen Rathaus
Gustav-Heinemann-Str. 10
59065 Hamm
Tel.: 02381 / 175850
Fax: 02381 / 172943
stadtarchiv@stadt.hamm.de

Quelle: Veranstaltungskalender Hamm; Edda Breski, Der Westfälische Anzeiger im Internet, 5.7.2007; Andre Hellweg, Hamm.Online, 6.7.2007

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6.7.07

Dokumentation zur Ausstellung »Zwangsarbeiterinnen der NS-Zeit in Lippstadt«

Da Frauen und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen in der offiziellen Geschichtsschreibung allzu oft vergessen werden, gründete sich im Mai 2003 der Arbeitskreis "Frauengeschichte in Lippstadt". Frauen aus Lippstadt treffen sich einmal im Monat und recherchieren, wie Frauen in vergangenen Zeiten in Lippstadt gelebt haben. Begleitet wird der Arbeitskreis vom Stadtarchiv Lippstadt und der Gleichstellungsstelle der Stadt Lippstadt.

In einem ersten Projekt befasste sich der Arbeitskreis mit den vor allem aus Osteuropa stammenden Zwangsarbeiterinnen der NS-Zeit in Lippstadt. Zahlreiche Briefe Betroffener liegen im Archiv vor. Sie bildeten den Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit dem Thema.
Um Schicksale von Zwangsarbeiterinnen zu dokumentieren, hat sich der Arbeitskreis Frauengeschichte vor Ort auf Spurensuche begeben und dazu Akten durchgesehen, Gespräche mit Zeitzeugen/innen geführt, auf dem Friedhof recherchiert und vieles mehr. Das Ergebnis wurde im März/April 2006 in einer Ausstellung im Stadtarchiv der Öffentlichkeit vorgestellt. Zahlreiche Einzelbesucher/innen und Gruppen ließen sich bei Führungen von den Mitgliedern des Arbeitskreises Einzelheiten und Hintergründe erläutern. Die Gespräche und Diskussionen haben gezeigt, dass ein großes Interesse an dem Thema besteht.

Deshalb hat der Arbeitskreis eine Dokumentation mit Texten und Bildern erstellt. Auch wenn sie über das in der Ausstellung Gezeigte hinausgeht, so kann auch sie nur eine Auswahl aus dem vorliegenden Material bieten. Weiteres ist im Stadtarchiv jederzeit einzusehen. Der Arbeitskreis Frauengeschichte möchte sich ausdrücklich bei den Bürgerinnen und Bürgern bedanken, die zur Erstellung der Ausstellung und der Dokumentation durch zahlreiche Informationen, Hinweise, Dokumente beigetragen haben. Durch viele teilweise auch sehr persönliche Schilderungen konnte die Ausstellung sowie die Dokumentation diesen Umfang annehmen.

Es sind auch weiterhin jederzeit Hinweise von Zeitzeugen/innen willkommen. Ebenso freut sich der Arbeitskreis über weitere Dokumente zur Thematik.

Die Dokumentation ist im Stadtarchiv Lippstadt sowie in der Buchhandlung Egner, Geiststraße 1, für 5 Euro erhältlich.

Kontakt:
Stadtarchiv Lippstadt
Soeststraße 8
59555 Lippstadt
Tel.: 02941 / 980-262
Fax: 02941 / 720893
stadtarchiv@stadt-lippstadt.de

Quelle: Stadt Lippstadt, Pressemitteilung, 3.7.2007

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4.7.07

Zeitzeugenbörse Hamm online

Auf den Internetseiten der Stadt Hamm in Westfalen haben alle Bürgerinnen und Bürger ab jetzt die Möglichkeit, ihre persönlichen Erlebnisse, Erinnerungen und Geschichten zur Stadt Hamm mit anderen zu teilen (www.hamm.de/zeitzeugenboerse).

Gestartet wird diese Internet-Wissensdatenbank zu Hamm mit den Themen Einzelhandel, Innenstadt, Essen und Trinken, Schule, Sport und Freizeit, Bergbau, sowie "Sonstiges". Über ein Eingabeformular können dort alle Interessierten ihre Geschichte(n) erzählen und durch Fotos ergänzen.

Das Projekt wird im Rahmen des Wettbewerbs "Ab in die Mitte! Die City-Offensive" vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Stadt Hamm hat sich auch in diesem Jahr erfolgreich mit ihrem Beitrag „Ring frei! Generationen im Grünen" am Wettbewerb beteiligt, bei dem das Thema „Jung und Alt" im Fokus steht.

Jung und Alt können auch von der Zeitzeugenbörse profitieren: Die jüngere Generation erhält Antworten auf die Fragen, wie es früher in Hamm war und wie sich das Leben verändert hat. Für die „Älteren" bietet sich die Möglichkeit, ihre Geschichte mit Anderen zu teilen und sie können möglicherweise Kontakte knüpfen, die sie ohne die Zeitzeugenbörse nicht erhalten hätten. Für die Zukunft ist vorgesehen, das Thema „Zeitzeugenbörse" in Absprache mit den Schulen in den Unterricht zu integrieren. So könnten z.B. Projektwochen in Schulen genutzt werden, die Geschichten von älteren Bürgerinnen und Bürgern, die keinen Zugang zum Internet besitzen, über die Schülerinnen und Schüler für alle Nutzer zu archivieren. Außerdem könnten alte Rezepte und Speisen in den Hauswirtschaftsunterricht übernommen und nachgekocht werden.

Die Zeitzeugenbörse erhebt hierbei nicht den Anspruch einer historisch genauen Wiedergabe der Ereignisse und Geschehnisse in Hamm. Die persönliche Erinnerung der Zeitzeugen ist als eine Ergänzung zur offiziellen Geschichtsschreibung gedacht.

Quelle: idr-Meldung, 28.6.2007; Stadt Hamm, Pressemitteilung.

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25.6.07

Mülheim startet Projekte zum Stadtjubiläum 2008

Anlässlich ihres 200. Geburtstags im Februar 2008 hat die Stadt Mülheim jetzt drei Projekte unter dem Titel "Heimathafen - Verankerung in Mülheim an der Ruhr" gestartet. Das erste Projekt "Migration und Geschichte" ruft Menschen weltweit auf, in einem Internetportal oder vor Ort bei der VHS zu erzählen, wann und warum sie nach Mülheim kamen und wie ihr Leben hier verläuft bzw. verlaufen ist. Das zweite Projekt, das von der Mülheim & Business GmbH gemeinsam mit dem Stadtarchiv Mülheim entwickelt wurde, ruft vor allem Kinder und Jugendliche zur Beschäftigung mit der Geschichte ihrer Stadt in Gedichten, Videos, Bildern und Texten auf. Der Wettbewerb "Mülheim.YOURbiläum 1808.2008.2208 - Stadt im Fluss" bietet Einzelpersonen oder Gruppen Gelegenheit sich sowohl mit der Vergangenheit als auch mit der Zukunft auseinander zu setzen. Beim dritten Projekt "Erinnere deine Stadt" sind alle Mülheimer Bürger aufgerufen, entweder ihre eigene Geschichte zu erzählen oder die Geschichten anderer zu sammeln. Die Stadt Mülheim hofft auf eine große Resonanz in der Bevölkerung, damit bis zum Jubiläum eine umfassende Geschichte Mülheims verfasst werden kann, die das Leben aller Mülheimer Bürger widerspiegelt.

Kontakt:
Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr
Aktienstraße 85
45473 Mülheim an der Ruhr
Tel.: 02 08 / 455 4263
Fax: 02 08 / 455 4279
stadtarchiv@stadt-mh.de

Quelle: Aktuelle Mitteilungen Stadtarchiv Mülheim, 15.6.2007; Andrea Hoymann, WAZ, 18.6.2007

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